Landshuter Mitte wird Masterplan erstellen für jede Art der Innenstadtbebauung

Die Schlagzeilen rund um die Bebauung am ehemaligen Kollerparkplatz in der Neustadt haben die Landshuter Mitte veranlasst, aktiv zu werden.

Hier die Pressemitteilung vom 13. Juni 2014 im Wortlaut:

Es begann wie ein Märchen…

Es war einmal eine schöne alte Stadt, die auf ein geschlossenes Stadtbild zurückblicken konnte. Nachweisbar durch das Sandtnermodell von 1571 findet sich der Besucher von heute in der Innenstadt Landshuts noch genauso zurecht, wie ein Bürger der beginnenden Neuzeit. Die Bewohner der Stadt sind auch über die Jahrhunderte recht pfleglich mit ihrem kulturellen steinernen Erbe umgegangen. Und der große II. Weltkrieg, der fast ganz Mitteleuropa in Schutt und Asche legte, hatte auch ein Erbarmen. Einen großes Trümmerfeld allerdings aus dieser Zeit war der sog. Kollerparkplatz. Lang hatten Investoren und die Stadtoberen mit einer Wiederbebauung gerungen. Viele Ideen und Pläne verliefen im Sande. Wie zufrieden und auch stolz waren doch alle Beteiligten als sich ein potenter Investor fand, der noch dazu einen der renommiertesten Architekten der Stadt beauftragte aus der Brache etwas Vernünftiges zu machen. Wie so üblich überschütteten sich dann die Verantwortlichen beim ersten Spatenstich mit gegenseitigem Lob. Es hätte ein Märchen wahr werden können.

Tilman von Kuepach, für die Landshuter Mitte im Bausenat
Tilman von Kuepach, für die Landshuter Mitte im Bausenat

Der Prinz , der Investor, um im Bild zu bleiben, stellte sich aber nach und nach als ein Vexierbild dar, so LM-Stadtrat Tilman von Kuepach. Bauvorschriften oder Vereinbarungen mit der Verwaltung und den Nachbarn wurden nur vordergründig eingehalten, aber je nach Lage auf der Baustelle sehr großzügig ausgelegt. Die Folge waren Baueinstellungen und Tekturanträge. Allmählich verflog in der Anwohnerschaft auch die positive Grundeinstellung zu Bauprojekt. Zu undurchsichtig waren die Aktionen auf der Baustelle und der Kommunikationsfluss. Nach der Meinung der Nachbarn hätte auch der Stadtrat bei Befreiungstatbeständen oder Tekturgenehmigung gefragt werden sollen. Ein Anwohner hat auch Klage zum Verwaltungsgericht gegen eine nachträgliche Genehmigung erhoben, aber sich gleichzeitig auch bei der Regierung von Niederbayern, als der zuständigen Aufsichtsbehörde beschwert. Der Landshuter Mitte liegt nun die schriftliche Stellungnahme vor, aus der zitiert werden muss:

„Aus Sicht des Sachgebiets Städtebau fügen sich die Vordergebäude des sog. City-Palais hin­sichtlich Geschossigkeit, Gebäudehöhe und Bauweise in die Eigenart der näheren Umgebung ein. Allerdings ist auch der rückwärtige Grundstücksteil der ehemaligen FI.Nr. 326 abweichend von der vorherrschenden Struktur vollständig mit 3 Vollgeschossen überbaut. Auch die gewählte Dachform, bestehend aus einem asymmetrischen Satteldach mit einer Dachneigung von knapp 70°/55° nach Norden und nur 16° nach Süden findet in der näheren Umgebung kein Vorbild. Wie auch die Ortseinsicht ergab, haben diese Abweichungen zwar kaum Auswirkungen auf das Orts- und Straßenbild, jedoch kann diese Entwicklung mit ihren Folgen für das historische Stadtgefüge mit ihrer typischen Dachlandschaft sowie die bisherige Parzellenstruktur und Klein­teiligkeit städtebaulich durchaus kritisch gesehen werden.“

Da wohl  in Bayern noch nie ein Gebäude abgerissen wurde, werden wir also mit der Situation leben müssen, schade wieder einmal, dass die Kontrollinstanz „Stadtrat“ ausgeschaltet wurde und die Genehmigung dieser amtlich verbrieften Bausünde nicht Einhalt geboten wurde. Ach übrigens, ist der Bau momentan wieder einmal teilweise eingestellt. Ohne zu fragen wurden Lüftungsrohre über die Dachhaut gezogen, angeblich auch, um die Gastwirtschaft zu entlüften. Genaues weiß auch die Verwaltung noch nicht, bis jetzt liegen noch nicht einmal Pläne vor, wie weitergebaut werden soll. Auch der ursprünglich eingebundene Architekt hat jetzt eingewandt, dass seine Pläne in der entsprechenden Kubatur nicht umgesetzt wurden, berichtet von Kuepach. Es wird wohl die ganzen Gebäude neu aufzumessen sein. Wie war das mit einem Märchen?

Die Landshuter Mitte unter Vorsitz der Fraktionsvorsitzenden Gabriele Goderbauer-Marchner hat in Konsequenz beschlossen, einen Masterplan für jede Art der Innenstadtbebauung aufzustellen. Wie bei der LM üblich, wird die Arbeitsgruppe „Bauen“ unter Leitung von Tilman v.Kuepach nach Abschluss der Arbeiten am Konzept diese der Öffentlichkeit vorstellen und dann als Stadtratsantrag einbringen.

Landshut und sein
Landshut und sein “kulturelles steinernes Erbe” – die Landshuter Mitte-Arbeitsgruppe Bauen wird ein Konzept erstellen