MORGENPOST – Landshut soll schöner werden

Keine Sorge, Landshut soll sich kein Programm geben, à la „unser Dorf soll schöner werden“ mit einem besonders nett gestalteten Kreisverkehr  oder von Unkraut befreiten Waschbetonbelägen. Nein, Landshut brummt, der Quadratmeterpreis Bauland erreicht schwindelnde Höhen und gleichzeitig ist die Kaufkraft der Stadt analog der von Starnberg.

Unter dem Totschlagsargument, dass Wohnungen und immer noch mehr Wohnungen benötigt werden, sind Verwaltung und die meisten anderen Parteien im Stadtrat gemeinsam eingeknickt. Jedes Bauvorhaben, sei es noch so hässlich oder an der geplanten Stelle unpassend, soll einer Genehmigung zugeführt werden. Gleichgültig, ob gleich im Vertrauen auf nachträgliche Billigung ein ganzer Berghang abgebaggert wird, wie am Königsweg, oder statt einer ohne Genehmigung errichteten Garage, jetzt ein Wohnhaus in die abschirmende Grünfläche gebaut werden soll, es kommt einem so vor, als wäre die Goldgräberstimmung kurz vor der Explosion. Gebaut wird, was das Zeug hält, die Qualität spielt keine Rolle, Hauptsache ist, dass der Rubel und der Euro rollt.

Andere Städte, wie Karlsruhe, die nicht das Glück hatten, vom Weltkrieg einigermaßen ungeschoren an der Zerstörung alter historischer Bausubstanz vorbei geschrammt zu sein, mussten mühselig in den Nachkriegsjahren behelfsmäßig die Stadtstruktur flicken. Es galt ohne Ansehen an Aussehen, Zerstörungen zu beheben, um die ausgebombten und geflüchteten Menschen in Obdach zu bringen.

Karlsruhe ist wie der Rest der Republik reich geworden und die Stadt hat sich geschworen, diese Sünden nicht zu wiederholen, wenn im zweiten Schritt des jetzigen Booms neu gebaut wird. Und der Clou ist, es hält sich jeder an diese Vorgaben. Während in den 70er Jahren noch gähnende Langeweile in der Architektur herrschte, ist heute eine rund herum sehenswerte „hippe“ Stadt entstanden, die den von der Bundesrepublik verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“ erhielt. Auch andere Städte, ganz zu schweigen von München, folgen genau diesem Trend.

Die Landshuter Mitte aus Claudia Zehentbauer, Dr. Maria Fick, Hans-Peter Summer, Thomas Küffner und Tilman v.Kuepach fordern ein ähnliches Konzept seit langem für Landshut. Es muss Ende sein mit dem Wildwuchs, es muss Ressourcen und Bauland schonender gebaut werden und es muss erheblich mehr Wert auf gute Architektur gelegt werden. Kein Mensch kommt als Tourist nach Landshut, um sich die Stadtviertel der Nachkriegszeit anzusehen, (in Karlsruhe schon), sondern ausschließlich der historischen Innenstadt wegen.

Die Landshuter Architekten sind hervorragende Könner ihres Faches und stünden den Bauherren gerne zur Seite, wenn man sie nur ließe und forderte. Ganz erstaunlich ist dann, wenn eine Gruppierung im Landshuter Stadtrat, die Freien Wähler,  jegliche Bemühungen zu einer Gestaltungssatzung ablehnt und jetzt sogar beantragt hat, jedes Nachdenken darüber einzustellen.

Gehen Sie mal mit offenen Augen durch die unmittelbaren Randbezirke zur Innenstadt. Die guten Neubauten sind in Landshut so rar, wie ein Sechser im Lotto.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche. 

Ihr

Tilman v. Kuepach

 

Landshuter Mitte

Vorstand:
Prof. Dr. Thomas Küffner, 1. Vors.
Ulrike Aigner, 2. Vors.
Hans-Peter Summer, 3. Vors.
Herbert Lanzinger, Schatzmeister
Wolfgang Perzlmeier, Schriftführer
Neustadt 532-53384028 Landshut
info@landshuter-mitte.de
www.landshuter-mitte.de