MORGENPOST – F F F

Dieser Stabreim steht für Fridays for future. Spötter bedauern, dass die Wochenenden nicht mit „F“ beginnen, denn dann könnten die Demonstrationen auch an einem Samstag stattfinden.

Die jungen Leute haben sicher eine ganze Menge erreicht. Sie haben auch klar zum Ausdruck gebracht, dass sie irgendwann die Erde von uns alten Leuten übernehmen müssen und sie erinnern uns daran, dass auch wir ein vernünftiges Erbe angetreten haben mit einer Welt, die zumindest klimatisch nicht so aus der Bahn war, wie sie heute ist. An den Reaktionen der Politiker und Meinungsmacher war auch das personifizierte schlechte Gewissen direkt abzulesen. Angefangen vom Papst, der die junge Schwedin hymnisch für ihr Engagement lobte, bis hin zur Bundeskanzlerin die in einer Videobotschaft  ausführte:

„Ich unterstütze sehr, dass Schülerinnen und Schüler für den Klimaschutz auf die Straße gehen und dafür kämpfen. Ich glaube, dass das eine sehr gute Initiative ist. Die Klimaschutzziele seien nur erreichbar, wenn es Rückhalt in der Gesellschaft gebe.

Es ist wohl typisch für junge Leute, dass solche Demonstrationen auch ein Happening darstellen. Es macht ungleich mehr Spaß an einem Schultag zu demonstrieren, als an einem schulfreien Tag. In Berlin fanden  sich dann auch mit den Ferien nur mehr drei Teilnehmer zur Kundgebung ein, was die drei der Presse als ganz normal darstellten. In Regensburg war man nach einer Demo so erschöpft, dass man auf der Donauinsel Party machen musste. Die Stadtreinigung Regensburg hat nach dem Fest dann zwei riesige LKW mit Müll entsorgen müssen, was von Teilnehmern der Demo als Punkt angesehen wurde an dem man noch arbeiten müsse. Andererseits ist die Stadtverwaltung Mannheim über den eigenen Mut so erschrocken, dass sie die Bußgelder über je 80,- € gegen derartige Schulschwänzer flugs wieder aufhob, als sich ein leises Grummeln im Untergrund erhob.

Das Klimaproblem lässt sich nicht mit Demonstrationen lösen, diese produzieren selbst wieder giftige CO² Ausstöße, sondern mit langem Atem.

Im Radio wurde eine Familie vorgestellt, die mit zwei Kindern versucht möglichst klimaneutral zu leben. In Bayrisch Schwaben, in einer kleineren Stadt, baut die Familie ihr Gemüse selber an. Fernseher und Handy für die Eltern, nicht für die Kinder, wie auch Familienauto sind gestrichen. Vati fährt jeden Tag mit dem Fahrrad 15km zur Arbeit und zurück. Damit sind die guten Taten noch lange nicht erschöpft. Nicht desto weniger spart die Familie nur rund die Hälfte des „normalen“ CO² – Ausstoßes ein, was schon irgendwie frustrierend ist. Der Mensch, der lebt, schadet der Natur wohl allein durch seine Existenz?

In der Bibel (Genesis 1,28 EU) heißt es: „Seid fruchtbar und mehrt euch, füllt die Erde und unterwerft sie und waltet über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die auf der Erde kriechen!“. Diese These, die davon ausgeht, dass der Mensch sich die Erde untertan machen soll, wird nun in 21. Jahrhundert anders interpretiert und der Herrschaftsauftrag eher im Sinne einer treuhänderischen, gleichsam hütenden Aufgabe verstanden, was die Orthodoxe Kirche, die wegweisend wurde für die Christenheit bereits 1980 gefordert hat, dass der sorgfältige und sorgsame Umgang mit der von Gott gegebenen Natur das Ziel sein muss, so dass sich auch wichtige private und öffentliche Organisationen wie der World Wildlife Fund, die Europäische Kommission oder die UNO den Initiativen anschlossen. Es ist also noch lange nicht aller Tage Abend, aber bemühen, um einen behutsamen Umgang mit unseren Ressourcen, müssen wir uns im erhöhten Maße.

Auch die Mitglieder der Landshuter Mitte im Stadtrat aus Claudia Zehentbauer, Dr. Maria Fick, Hans-Peter Summer, Thomas Küffner und Tilman v.Kuepach meinen, dass gerade das Engagement der jungen Leute für unsere Welt und unseren Staat, aber auch für unsere Stadt wichtig ist. Wir bemühen uns auch neben klimapolitischen Bestrebungen, dass die Stadt sich nicht überschuldet, denn auch hier zahlen die jungen Leute die Zeche. Leider sind wir zumindest im Landshuter Stadtrat die einzige Gruppierung, die den Begriff des Sparens noch kennt und umsetzen will.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

Ihr  

Tilman v. Kuepach

 

Landshuter Mitte 
Vorstand:
Prof. Dr. Thomas Küffner, 1. Vors.
Ulrike Aigner, 2. Vors.
Hans-Peter Summer, 3. Vors.
Herbert Lanzinger, Schatzmeister
Wolfgang Perzlmeier, Schriftführer 
Neustadt 532-533
84028 Landshut
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