MORGENPOST – Das Koenigsdrama

Wie haben sich in Landshut alle gefreut, als das Ehepaar Koenig sich im Jahre 1993 bereit erklärte, die gesamten Schätze des Künstler- und Sammlerlebens in eine Stiftung einzubringen. Die Stadt Landshut war sogar bereit im Gegenzug ein ganzes Museum in den Hofberg zu graben. Das wurde dann 1998 eröffnet. Die klassische Win-Win Situation, so möchte man meinen. Dann gab es auch noch eine engagierte Leiterin dieses schönes Museumsneubaues, was auch nicht zu gering bewertet werden darf, da der Künstler es nicht mit allen konnte und schon gar nicht mit dem Leiter der städtischen Museen. Ein OB Deimer hat hier geschickt eine Trennung der Zuständigkeiten verfügt, alles hätte gut laufen können und Landshut sich zu Recht auf eine reiche Bildhauertradition berufen können.

Weit gefehlt, klar war Fritz Koenig exzentrisch. So hat er sich auf Anhieb in einige Räume im Kloster Seligenthal verliebt und verfügt, das dort Skulpturen auf immer aufgestellt würden, ohne auch nur ansatzweise zu bedenken, dass dies aufgrund des Stiftungsvertrages gar nicht ging. Auch hier hat der damalige Oberbürgermeister schlichtend eine Lösung gesucht.

Der Künstler ist tot, gestorben, hoch betagt im Jahre 2017 und jetzt gehen die Streitigkeiten erst richtig los. Das Museum wird unter die Oberhoheit des Herrn Niehoff gestellt und die vordem hoch gelobte Frau Weinmayr degradiert, wohl-wissend, dass der Künstler über diesen Streich hoch erbost gewesen wäre, aber Tote können sich schlecht wehren. Neue Jagdszenen aus Niederbayern betitelt das eine überörtliche Zeitung aus München. Aber es geht immer weiter, Fritz Koenig gerät unter die Leichenfledderer. Die Stiftung versucht das Mobiliar des Ganslberg durch das renommierte Auktionshaus Ruef zu versteigern. Erst durch einen Aufschrei von Landshutern wird das Vorhaben abgeblasen.

Es ist noch lange nicht Schluss, jetzt fehlen auf einmal 80 Werke, so der neue Oberbürgermeister – der so neu nicht ist – und  schiebt die Verantwortung der geschassten Leiterin in die Schuhe, ohne einzugestehen, dass diese der Stadt und der Stiftung seit Jahren über den Schwund der Kunstobjekte berichtet hat.

Stadt und Exleiterin streiten vor dem (Landes-)arbeitsgericht auch ohne, dass der „neue“ OB seine ureigenste Pflicht als Arbeitgeber erfüllt hätte zwischen den handelnden Personen zu vermitteln am besten durch einen Mediator. Wie heißt es so schön, dass wo ein Wille ist, auch ein Weg wäre.

Mittlerweile hat das Drama auch die gesamtdeutsche Presse erreicht. Das  renommierte „Handelsblatt“, das eher betulich einherkommt  und nicht dazu neigt, starke Wertungen auszusprechen, hat bereits am 15.08.2019 die ganze Auseinandersetzung  als Schlammschlacht bezeichnet und sieht auch dadurch das Renommee des Künstlers in Gefahr

Unsere Maria Fick ist Mitglied des Aufsichtsrates. Die Eingabe von ihr, endlich einmal eine Sitzung einzuberufen und endlich der Testamentsvollstreckung ein Nachlassverzeichnis abzuringen, was sie denn rechtlich müsste, stößt auf taube Ohren. Im Juli fand wieder eine Versteigerung aus Stiftungsbesitz statt und der Vorsitzende des Vorstandes trat dabei als Meistbieter mancher Stücke auf. Ein Schelm, der Böses dabei denkt

Wir die Fraktion der Landshuter Mitte im Stadtrat, aus Claudia Zehentbauer, Dr. Maria Fick, Hans-Peter Summer, Dr. Thomas Küffner und Tilman v. Kuepach fordern endlich in dieser Posse, dass ein Neustart gemacht wird. Wir befürchten einen Bedeutungsverlust für die Stadt und wir stellen uns auch ausdrücklich hinter den/die Menschen, die als Sündenböcke her halten sollen.

Übrigens am 19.10.2019 findet bei Ruef, jetzt ja in Landshut eine Versteigerung des silbernen Abgusses der Kugelkaryatide statt. Der Ausrufpreis soll bei 15 000,- € liegen. Vielleicht machen Sie ein Schnäppchen. Im Jahre 2018 wurde bei Lempertz ein Zuschlag bei 22 320,- erteilt plus Courtage, versteht sich. Es gibt weltweit nur sechs Exemplare.

Die Landshuter Mitte bleibt hier dran. 

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

Ihr

Tilman v. Kuepach

 

Landshuter Mitte 
Vorstand:
Prof. Dr. Thomas Küffner, 1. Vors.
Ulrike Aigner, 2. Vors.
Hans-Peter Summer, 3. Vors.
Herbert Lanzinger, Schatzmeister
Wolfgang Perzlmeier, Schriftführer 
Neustadt 532-533
84028 Landshut
info@landshuter-mitte.de

www.landshuter-mitte.de