MORGENPOST – Eine Mustersiedlung in der Ochsenau

Vor genau 25 Jahren hat die Bundeswehr die Konsequenzen aus der Beendigung des kalten Krieges gezogen. Der langjährige Militärstandort Landshut hatte ausgedient. Oberst Horst Förster schloss am 30.09.1994 die Schochkaserne. Mit Galgenhumor hatten die Soldaten wenige Tage vor dem Ende das SCH des Namens durch ein N ersetzt – Nochkaserne -.

Der Bund, Eigentümer der riesigen Landflächen, die der Panzerbrigade 24 als Truppenübungsplatz gedient hatte, wollte natürlich einen guten Preis erzielen. Und die Grundfläche ist mit rund 300 ha immens. Es war ein Meisterstück des damaligen Oberbürgermeisters Josef Deimer eine Aufspaltung der Flächen hinzubekommen, die naturverträglicher kaum sein kann. 278,5 ha wurden Naturschutzgebiet und rund 20ha behielt die Stadt, bzw. die Heilig-Geist-Stiftung um nach einer Haltefrist von 20 Jahren, dort entlang der LA14 Wohnbauflächen auszuweisen.

Das Drama, hierzu haben wir schon beschrieben und auch, dass eine unheilige Allianz aus Grünen uns CSU gegen die Bebauung mauern, da ein Urinsekt gefunden wurde. Alle Argumente, dass erst im Bebauungsgplanverfahren abgewogen werden muss, ob die Besiedelung durch Menschen möglich ist, oder die Natur mit ihren Argumenten stärker ist, werden nicht einmal zur Kenntnis genommen.

Im letzten Plenum hat die Verwaltung eine Auslobung vorgeschlagen, wonach eine Reihe von Ein- und Zweifamilienhäusern mit der üblichen Verkehrserschließung geplant werden soll.

Wir die Fraktion der Landshuter Mitte im Stadtrat, aus Claudia Zehentbauer, Dr. Maria Fick, Hans-Peter Summer, Dr. Thomas Küffner und Tilman v. Kuepach schlagen vor, dass das Gebiet eine Mustersiedlung wird. Es ist entscheidend heute eine Planung für morgen und übermorgen vorzulegen, die berücksichtigt, dass das Auto nicht mehr das Verkehrsmittel Nr. 1 sein wird, sondern, dass diese auch autonom gesteuert, selbst Garagen anfahren können. Warum sollte dann jedes Haus unbedingt mit einer weiteren Versiegelungsfläche von Garagen und Vorplätzen versehen werden. Die Wegeflächen sollen auf ein Minimum reduziert werden. Wichtig ist, dass die Bewohner auch miteinander in Kommunikation stehen. Vielleicht sind kleine Gärten, die auch zur Selbstversorgung dienen können und platzartige Strukturen, eine Piazza nach südländischer Lesart sinnvoller als Straßenzüge.

Eine Auslobung ist doch dazu da, dass findige Architekten neue Planungen und geniale Entwürfe formulieren. Wichtig ist ebenso, dass die verkehrliche Anbindung an die Stadt überdacht wird. Weitere 1000 Einwohner, die die LA 14 und die Niedermayerstraße befrachten, können zu einem Volksaufstand in Auloh führen. Auch dürfte die Anbindung der B15 neu an die LA 14 nicht zu einer Verringerung des Verkehrs führen, sondern im Gegenteil die Straßen weiter belasten.

In Kempten, einer Stadt, die kleiner als Landshut ist, wird überlegt, ob nicht eine Hochbahn, oder Seilbahn überlegt werden kann, nein in Landshut wird von vorne herein abgeblockt, so dass es nicht wunder nimmt, dass im Plenum nicht weiter diskutiert wurde, sondern eine zweite Lesung angesetzt wird.

Die Landshuter Mitte bleibt hier dran. 

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche.

Ihr

Tilman v. Kuepach

 

Landshuter Mitte 
Vorstand:
Prof. Dr. Thomas Küffner, 1. Vors.
Ulrike Aigner, 2. Vors.
Hans-Peter Summer, 3. Vors.
Herbert Lanzinger, Schatzmeister
Wolfgang Perzlmeier, Schriftführer 
Neustadt 532-533
84028 Landshut
info@landshuter-mitte.de