MORGENPOST – Allerheiligen und Allerseelen

Allerheiligen (lateinisch Festum Omnium Sanctorum) ist ein christliches Fest, an dem aller Heiligen gedacht wird, der „verherrlichten Glieder der Kirche, die schon zur Vollendung gelangt sind“, der bekannten wie der unbekannten. An Allerseelen (lateinisch  Dies in commemoratione omnium fidelium defunctorum, „Tag des Gedenkens an alle verstorbenen Gläubigen“) begeht die römisch-katholische Kirche das Gedächtnis ihrer Verstorbenen. Das Gedächtnis aller Seelen wird im Kirchenjahr am 2. November begangen, einen Tag nach dem Hochfest Allerheiligen. 

In unserer schnelllebigen Zeit hat man der Einfachheit halber die beiden Tage auf einen komprimiert. Im Vordergrund steht eindeutig das Todesgedenken und es herrscht in Altbayern ein regelrechter Friedhofstourismus. Um 9 Uhr in Mittergolding um 15 Uhr am Hauptfriedhof. Andere Kombinationen und mehr, sind möglich, je nach den Angehörigen. Bestes Beispiel ist der Achdorfer Friedhof. Mindestens eine Stunde vor dem Beginn, ist alles so zugeparkt, dass man nur hoffen kann, dass für das Krankenhaus nichts passiert, was dringend ist.

Haben Sie sich mal die unterschiedlichen Friedhöfe im Landkreis und die sieben Städtischen genauer angesehen. Wie wohltuend sind die der Stadt mit vielen unterschiedlichen und geschmackvollen Gräbern und auf der anderen Seite die uniform sterilen glatten schwarzen Platten, gleich hoch und gleich geschwungen in Reih und Glied. Das Portal des Hauptfriedhofes war das romanische Portal der Kirche von Münchsmünster, die in der Säkularisation abgebrochen wurde.

Wir die Fraktion der Landshuter Mitte im Stadtrat, aus Claudia Zehentbauer, Dr. Maria Fick, Hans-Peter Summer, Dr. Thomas Küffner und Tilman v. Kuepach werden uns überlegen müssen, wie wir mit den Bestattungswünschen Andersgläubiger umgehen müssen. Moslems dürfen nur in Tüchern begraben werden. es gibt genaue Regeln für die Sterbebegleitung. Die Gebete, die rituelle Waschung des Leichnams und die Beerdigung sind im Ablauf festgeschrieben. Die Toten sind auch im Grab nach Mekka auszurichten. Das widerspricht alles noch der bayerischen Bestattungsordnung, die aber hier geändert werden soll. Manfred Rommel, der ehemalige Oberbürgermeister von Stuttgart hat seinerzeit zugestimmt, dass Gudrun Ensslin und Andreas Baader auf einem Friedhof seiner Stadt beerdigt wurden. Der Spruch, dass mit dem Tod jede Feindschaft endet, war so prägnant und aussagestark, dass sich auch kein Widerstand mehr erhob. Um wie viel mehr müssen wir doch ein Interesse haben, dass Muslime, die mit uns leben und arbeiten, auch mit uns auf den gleichen Friedhöfen betrauert werden können.

Sie müssen die Stimmung an Allerheiligen nach Sonnenuntergang auf sich wirken lassen. Fast auf jedem Grab brennt eine Kerze und es herrscht fast ein romantischer Schein. Es ist irgendwie beruhigend, dass die Toten doch nicht vergessen werden.

Ihr

Tilman v. Kuepach

 

Landshuter Mitte
Vorstand:
Prof. Dr. Thomas Küffner, 1. Vors.
Ulrike Aigner, 2. Vors.
Hans-Peter Summer, 3. Vors.
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Neustadt 532-533
84028 Landshut
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