MORGENPOST – Die verpassten Chancen in Landshut

Am Freitag, dem 07.Februar 2020 hatte die Verwaltung einen gemeinsamen Bau- und Umweltsenat angesetzt. Das ist immer dann ganz praktisch, wenn ein Thema in beiden Ausschüssen zu behandeln ist. So weit, so gut.

Wir, die Mitglieder der Fraktion der Landshuter Mitte aus Claudia Zehentbauer, Dr. Maria Fick, Hans-Peter Summer, Dr. Thomas Küffner und Tilman v. Kuepach, hatten einen eher harmlos einhergehenden Antrag für das Industriegelände gestellt. Es ist eine echte Freude in der Flutmulde zu radeln, nur die Anbindung nach Norden über die Liebigstraße auch in Richtung Ergolding ist nur suboptimal ausgebaut. Die vielen noch vorhandenen, aber nicht mehr benötigten Industriegleise ließen doch, wenn man sie entfernte eine tolle Radwegeverbindung zu.

Und, die oft geschmähte Verwaltung ließ sich anstecken und präsentierte eine ganz neu überarbeitete Karte des Industriegebietes mit all den schon abgebauten und noch vorhandenen Gleisen. An der Ottostraße wäre der Gleisbereich 9 Meter breit. Hier könne völlig unproblematisch ein schöner Radweg mit einer durchgehenden Baumreihe gepflanzt werden. Und das Spinnennetz der alten Gleise wäre im städtischen Eigentum und könne nach und nach zu einer Baumstruktur im Gebiet umgebaut werden.

Kein Stadtteil Landshuts wird in der nächsten Zeit so große Begehrlichkeiten wecken, wie das Industriegebiet. Es gibt noch Flächen, die zu Wohngebieten umgewandelt werden können. Der Handel, der in der Innenstadt nicht möglich ist, da zu sperrige Güter verkauft werden, hat hier eine Chance. Und Bäume sind letztlich, wenn auf städtischem Grund gepflanzt, praktisch die einzige Möglichkeit das Kleinklima in einer Stadt zu verändern.

Wer sollte also gegen den Vorschlag sein. Der Bausenat stimmte für den Radweg, mit großer Mehrheit. Der Umweltsenat, der doch für Bäume sein müsste, stimmte mit der Mehrheit der CSU und FW dagegen. Verkehrte Welt, was zur Folge hat, dass sich der gesamte Stadtrat in einer Plenumssitzung mit der Baumpflanzung erneut befassen muss.

Das Beispiel zeigt, wie schwer sich die früher allherrschende Partei tut, sich für Änderungen zu öffnen. Es wird zwar lautstark einer Digitalisierung das Wort geredet, aber in Wirklichkeit tun sich unsere schwarzen Freunde extrem schwer, etwas Neues zu wagen. Der Grund für das Nein waren, wie soll es anders sein, die Entfernung von ein paar Autos, die heute auf dem Streifen abgestellt sind.

Das Gleiche hatten wir schon beim Feuerwerk mit der Dult. Die Vogelschützer bangten im Frühjahr um die Brut und so wurde vorgeschlagen, einmalig ein stilles Feuerwerk auszuprobieren. Ich habe keine Ahnung, ob das stille Feuerwerk so schön, so spektakulär und nicht ein rechter Krampf ist, aber man kann es doch einmal ausprobieren. Vielleicht ist es doch genauso toll und kein Krampf, aber nein, die leise Version kann und darf nach dem Willen der früheren absoluten Mehrheit nicht einmal versucht werden.

Und wir werden uns mit der Dult am Standort Grieserwiese intensiv befassen müssen, ob wir wollen oder nicht. Es gibt eine Reihe von Anwohnerklagen, mit dem lauten Spektakel gleich gar und auch Klagen von Betreibern, die nicht gerne um 23 Uhr schließen, was an einem Standort Messegelände nicht notwendig wäre. Gerade die jungen Leute wollen eine Zeitverlängerung.

Auch wird es nicht ausbleiben, dass über die Neugestaltung des Platzes an sich immer wieder spekuliert wird. Neuzugezogene verstehen oft nicht, dass der Eingang zur Stadt mit Wiese im Namen zum Abstellplatz degradiert wird. Die Dultverlagerung wäre wohl schade, aber ob nicht zumindest eine bessere Eingrünung denkbar wäre?

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche

Ihr

Tilman v. Kuepach

 

Landshuter Mitte
Vorstand:
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