Netzwerk „Biostädte“ und andere Themen im Umweltsenat

Heute wollen wir über den Umweltsenat vom o5.o7.17 berichten.

Der Umweltsenat wird in der Presse meist etwas stiefmütterlich behandelt. Richtig ist schon, dass nicht die drängendsten Probleme der Stadt, wie beispielsweise Haushaltsausschuss oder Bausenat, besprochen werden. Hier sind die kleinen Dinge zu besprechen, die aber, wie wir meinen, oft eine große Auswirkung haben.

Regelmäßig wird den Stadträten Mitteilung gemacht, wie es um die Artenvielfalt, um den Erhalt der Bäume in der Stadt geht und inwieweit Schutzprogramme, die staatlicherseits aufgelegt werden, auch Wirkung zeigen. Ein Beispiel ist die Wiedereinbürgerung des Bibers oder des Kormoran. Diese Hilfe führt sogar dazu, dass verschiedentlich schon wieder von Kormoran- und Biberplage gesprochen wird.

Im Umweltsenat vom o5.o7.17 ging es um mehrere Themenschwerpunkte, nämlich beispielsweise über die Konzeptentwicklung eines zweiten Wertstoff- und Entsorgungszentrums, über die Idee einen autofreien Sonntag in Landshut durchzuführen und auch, ob Landshut sich am Netzwerk „Biostädte“ beteiligen sollte. Die Senatsmitglieder haben ferner zur Kenntnis nehmen müssen, dass es aufgrund der Klimaveränderungen immer schwieriger wird Bäume an Straßenrändern zu pflanzen. Die Salzbelastung vom Winterdienst, das Befahren der Wurzeln durch Autos, die teilweise engen Platzverhältnisse lassen Bäume nahezu keinen Raum zum Überleben. Bestes Beispiel für eine sicher gut gemeinte aber letztlich zum Scheitern verurteilte Anpflanzung waren die Bäume Bischof-Sailer-Platz/Am Alten Viehmarkt. Die Bäume beeinflussen, speziell im Sommer, das Kleinklima und die Luftreinhaltung in der Stadt deutlich messbar.

Ein anderes Thema war eben der mögliche Beitritt zum Netzwerk „Biostädte“. Die Idee, die dahintersteckt ist, dass nicht nur eine gesunde Ernährung gefördert, sondern ein bewusster nachhaltiger Umgang mit Lebensmittel in den Bildungseinrichtungen vermittelt wird. Richtig ist, dass der Fokus auf Kindertagesstätten und Schulen gelegt wird, um in der nachwachsenden Generation ein Bewusstsein zu schaffen und so langfristig einen nachhaltigen Lebensmittelkonsum zu fördern. Um von den Erfahrungen anderer Städte zu profitieren und den Prozess effektiv begleiten zu können, wurde der Beitritt zum Netzwerk „Biostädte“ und in diesem Zug der Beitritt des Paktes zur Förderung des ökologischen Landbaus Bayern empfohlen. Mittlerweile sind 8 % der bayerischen Fläche von Ökolandbauern bestellt. Diese Fläche reicht aber bei weitem nicht mehr aus die Nachfrage nach Biolebensmittel in Bayern zu decken. Eine wachsende Stadt wie Landshut ist auch kurzfristig darauf angewiesen, von den Erfahrungen anderer Städte zu profitieren. Die Landshuter Mitte meint, dass gerade die Nutzung der Austausch von Erfahrungen anderer Städte viel wertvoller ist als diese Erfahrungen selbst mühselig aufzubauen. Leider haben fünf der zehn Umweltsenatsmitglieder diese Auffassung nicht geteilt. Der Antrag gilt als abgelehnt, wenn er keine Mehrheit findet. Das Ergebnis 5:5 bedeutet also, dass dieser Antrag abgelehnt wurde. Es besteht allerdings noch Hoffnung, dass der Antrag angenommen wird. Es wurde ein Nachprüfungsantrag gestellt. Das bedeutet, dass jetzt das Plenum und nicht mehr der Umweltsenat über das Thema zu entscheiden hat.

Tilman v. Kuepach