Monsterbauten an der Wittstraße

Die Mitglieder der Landshuter Mitte Fraktion, Dr. Maria Fick, Claudia Zehentbauer, Prof. Dr. Thomas Küffner, Hans-Peter Summer und Tilman v. Kuepach trafen sich am 19.o3.19 um über die Stadtratssitzungen der 12. Kalenderwoche 2o19 zu beraten.

Insgesamt stehen 2o Tagesordnungspunkte an, die im Bausenat vom 22.o3.19 behandelt werden wollen.

Bauchschmerzen bereitet den Mitgliedern der Landshuter Mitte Fraktion die Aufstellung des Bebauungsplanes zwischen Innerer Münchner Straße und Wittstraße. Wenn man von München kommt, öffnet sich die Stadt unmittelbar und ohne dass zu-erst ein Weichbild durchfahren werden muss. Isar und Schlossberg bilden eine so starke Grenze zum Umland, dass man unvermittelt in die Stadt einfährt. Fast unmerklich ist der Besucher mitten in der Stadt und kommt an das Kupfereck. Hier öffnet sich der Blick auf Martinskirche und Burgberg. Der Zustand dieser Stadteinfahrt mit der Grieserwiese, die im Wesentlichen als Parkplatz genutzt wird, und rechts mit einem reichlich ungeordneten Bereich aus Gewerbeansiedlungen, wie Discounter-Markt und Tankstelle gelegt ist, bietet dem Ankommenden nicht gerade einen herzlichen Empfang. Die Stadträte sollen in der Sitzung vom 22.o3.19 einen Bebauungsplan aufstellen, der auf erhebliche Bedenken stößt. So soll ab dem Discounter-Markt bis zur ehemaligen Bundesbankfiliale eine Parallelerschließung neben der Wittstraße geführt werden. Anschließend sollen fünf- bis sechsstöckige Häuser in geschlossener Bauweise entstehen. Auch der zwischen dieser neuen Zeile und den bestehenden Gebäuden der Münchner Straße verbleibende Zwischenbereich soll mit niedrigeren zweigeschossigen Häusern und Parkdecks bebaut werden. Die Landshuter Mitte Fraktion erinnert daran, dass im Sanierungsplan eigentlich eine Parallelstraßenführung hart an der Rückseite der Häuser an der Münchner Straße geplant ist. Diese Idee wird jetzt aufgegeben.

Die Landshuter Mitte wird sich gegen diesen Bebauungsplan aussprechen, da die Straßenwüste der Wittstraße durch die Erschließungsstraße nicht besser gelöst wird. Die Binnenerschließung ist Sanierungsziel und sollte fortgeführt werden. Es besteht dann die Chance entlang der Wittstraße notwendige Großbäume zu pflanzen, die zwingend erforderlich  sind, um den Klimaveränderungen in der Stadt gerecht zu werden.

Ein ähnliches Bild bietet sich beim Bebauungsplan Felix-Meindl-Weg. Hier ist auf hal-ber Höhe noch eine große Wiese, die jetzt der Eigentümer in Bauland umwandeln will. Gegen eine dichte Bebauung dieses Grünlandes spricht sich die Landshuter Mitte nicht aus. Gleichzeitig wird aber der vorhandene Grünzug erheblich eingeschränkt. Die Landshuter Mitte plädiert dafür, dass dieser Grünzug erhalten bleibt.

Sie haben sicherlich gelesen, dass viele Städte der schlechten Luft nur dadurch Herr werden können, dass sie Fahrverbote verhängen. Städte, die eine vernünftige Durch-grünung haben, und die gewährleisten, dass eben entlang der Hauptwindrichtung Kaltluftkanäle eröffnet werden, sind wesentlich weniger belastet. München erreicht NO2-Jahresmittelwerte von 78 Mikrogramm pro m³ Luft, während beispielsweise Essen mit rund 6oo ooo Einwohnern, Industriestandort mit alter schmutziger Industrie, nur 4o Mikrogramm im Jahresmittel erreicht. Essen gilt als eine der durchgrüntesten Städte Deutschlands und das im Ruhrgebiet.

Ebenfalls nicht ganz unproblematisch ist das neue Einzelhandelskonzept für die Stadt Landshut. Es wurde aufgrund des Bebauungsplanes „Industriegelände“ entwickelt und soll eigentlich vorsehen, dass Einzelhandel nur mehr an den Nahversorgungsknoten und natürlich in der Innenstadt stattfindet. Soweit Einzelhandel im Indu-striegebiet zugelassen ist, würde dieser Bestandsschutz erhalten, so der Plan, eine Ausweitung komme aber nicht in Frage. Die Mitglieder der Landshuter Mitte Fraktion werden dafür plädieren, das Ergebnis des beiliegenden Gutachtens in der Fraktion zu besprechen, bevor in einem Senat ein Beschluss erfolgt. Das Papier umfasst eine Fülle von Zahlenangaben, die auf Richtigkeit überprüft werden müssen. Richtig ist in jedem Falle, dass grundsätzlich der Internethandel den stationären Gewerben erheblich zusetzt. Die Mitglieder der Landshuter Mitte verstehen die Stadt auch von jeher als einen Ort, in dem Handel und Dienstleistungen ausgetauscht werden. Die Stadt muss Mittelpunkt eines entsprechenden Handels sein. Selbstredend muss der Innenstadthandel gestärkt werden.

Die einst so prosperierende Altstadt hat momentan drei erhebliche Leerstände, die ein Veröden der Innenstadt wahrscheinlicher werden lassen. Es kann nicht sein, dass vor der eigentlichen Stadt Einzelhandelszentren entstehen. Insofern ist die Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplanes mit Einschränkungen für den Einzelhandel schon nachvollziehbar. Wie der Handel, der teilweise größere Flächen nachfrägt, in die Innenstadt gebracht werden kann, wird aber abzuwägen sein.

Mit freundlichen Grüßen Tilman v. Kuepach