Theater in der alten Justizvollzugsanstalt – aus der Fraktionssitzung der LM

Die Landshuter Mitte befasste sich in der Fraktionssitzung am Montag, 21. Juli 2014, mit den Themen:
– Glücksgriff Gefängnis
– Energiewende
– Bauen und kein Ende
Eine erfreuliche Entwicklung scheint sich für die ehemalige JVA anzubahnen. Die Landshuter Mitte war schon von Anfang der Überzeugung, dass hier ein guter Standort für das künftige Stadt- bzw. Landestheater sein könnte; das Zelt neben der Sparkassenarena dürfe, hatten die Stadträtinnen des Kultursenates, Gabriele Goderbauer-Marchner und Maria E. Fick, schon in der Vergangenheit immer wieder betont, nur ein Provisorium sein.
Maria Fick (l.) und Gabriele Goderbauer-Marchner
Maria Fick (l.) und Gabriele Goderbauer-Marchner
Hier der Wortlaut der Pressemitteilung:

 I. Glücksgriff Gefängnis:

Wer meint, dass Architekten nur daran interessiert sind, für teueres Geld Entwürfe zu fertigen, um sich selbst zu verwirklichen, wird manchmal eines Besseren belehrt. Die Landshuter Architekten Barbara Anetsberger und Karl Sperk haben sich das Gelände der alten JVA vorgenommen, ob es nicht zum Landestheater umgebaut werden könnte. Die Ergebnisse sind frappierend. Das Gelände wie auch die alten Gebäude würden sich ideal zum Theater eignen. Der sog. Ehrenhof könnte den Bühnenraum darstellen und in das zur Münchner Straße ansteigende Gelände so eingebunden werden, dass der Bühnenraum ebenso in diesem Bereich stark ansteigt. Es wäre so viel Platz vorhanden, dass errechnet 472 Sitzplätze geschaffen werden könnten, wobei ein Abstand der Reihen von 120 cm und ein Abstand der Sitze zueinander von 70 cm erreicht wird. Jetzt sind die Werte 80 bzw. 50 cm. Die Zellentrakte würden in diesem Bereich mit vorgehängten Logen sich zum Zuschauerraum öffnen nach außen hin wären jeweils Räume für die Verwaltung möglich. Insgesamt würden 3 Bühnen entstehen und nicht nur eine einzige, das wäre der nächste Vorteil aus dem Ensemble.

Prof. Dr. Thomas Küffner
Prof. Dr. Thomas Küffner

Die beiden Architekten haben einen nahezu vollständigen Entwurf abgeliefert, der sogar die Erschließung des Theater regelte. Auch die Denkmalschutzbehörden wurden gefragt, die sich im Bereich der Wittstraße sehr gut vorstellen könnten, die Gefängnismauer entlang der Straße nach innen zu setzten, um eine weitere Fahrspur an der Wittstraße bzw. eine Einbiegespur in das künftige Theatergelände zu gewinnen. Denkbar wäre auch als Luxusvariante eine Tiefgarage mit max. 46 Stellplätzen unterzubringen, was aber auf Grund der gegenüberliegenden Griesewiese nicht zwingen notwendig erscheint.

Der denkmalgeschützte Bau könnte auf diese Weise ein ideales neues Leben erhalten. Der Entwurf ist so bestechend, dass er eigentlich danach giert, umgesetzt zu werden. Auch die Kosten für Grunderwerb und Umbau wurden bereits hochgerechnet, sie werden rund 25 Mio Euro betragen. Die Landshuter Mitte wird diesen Vorschlag, so Dr. Thomas Küffner in der Fraktionssitzung, nachhaltig unterstützen. Der Vorteil, ein zeitgemäßes Theater mit ansprechenden Räumen, in denen auch gesellschaftliches Leben stattfinden kann, wird wohl aufgrund der beengten Platzverhältnisse im Bernlocherkomplex nicht umgesetzt werden können.

 II. Energiewende:

Im Plenum vom 25.07.2014 ist unter anderem Thema des Stadtrates, sich am Windpark Mautitz zu beteiligen. Die Stadt Landshut hat sich auf die Fahne geschrieben, in absehbarer Zeit 35 Prozent des Strombedarfes aus eigenen regenerativen Energiequellen zu decken. Bekanntermaßen sollte das Windrad bei Weihbüchl von den Stadtwerken in eigener Regie erstellt werden, um jenen Zielen zu dienen. Stadtrat Hans-Peter Summer ist jedoch skeptisch, was die Umsetzungsfähigkeit betrifft. Zum Einen ist die Bevölkerung skeptisch, was die Geräuschentwicklung betrifft. Zum Anderen sind die Stadtwerke mit der Realisierung des eigenen Windrades dann ausschließlich auf sich gestellt. Das Paradebeispiel der Stadt München auf dem Müllberg gegenüber dem großen Fußballstadion sei als Negativbeispiel benannt. Der Energiepark Mautitz wird von der EAB, einem Zusammenschluss von 37 meist bayerischen kommunalen Energieversorgungsunternehmen, betrieben. Nach der Devise, nach der Gemeinsamkeit die größte Stärke darstellt, sieht die LM ein Ausfallrisiko anders als beim eigen betriebenen Windrad als geringer an.

Hans-Peter Summer
Hans-Peter Summer

III. Bauen und kein Ende:

Der halbbeendete Bausenat vom 11.07.2014 wird am 23.07.2014 zu Ende gebracht. Er befasst sich im wesentlichen mit Bebauungsplänen die aufgestellt, geändert oder beschlossen werden. So ist besonders zu erwähnen das Gewerbegebiet Münchnerau an der Fuggerstraße. Hier ist die Stadt auch Eigentümer von Flächen die für Gewerbeerweiterungen zwingend notwendig sind. Es dürfte allerdings Konsens sein das ein im Gebiet existierender landwirtschaftlicher Betrieb nicht ausgegrenzt werden darf, hilfsweise sind landw. Ersatzflächen anzubieten. Die Stadt benötigt dringend Gewerbegrund, um im Spiel der Marktkräfte mit den Umlandgemeinden mithalten zu können.

gez. v. Kuepach

Tilman von Kuepach
Tilman von Kuepach