Inklusion mit Vorbildcharakter – Landshuter Mitte im JustizCafé von AnS-Werk im Landgericht: Verein bald zehn Jahre und mit Visionen

„Ohne weiß ich nicht, wie es weitergegangen wäre“: Jutta Astner ist Mutter und erzählt von der positiven Entwicklung ihrer Tochter. Diese arbeitet mit einer Köchin und zwei weiteren jungen Arbeitnehmern in der Zentralküche von „AnS-Werk“ zusammen: „Sie sind ein 1a-Team“ sagt sie stolz. Jutta Astner gehört zu den Eltern, die sich engagieren. Sie ist Kassier des Vereins „AnS-Werk“. Ihre Tochter zählt zu den 14 jungen Menschen mit Handicap, denen der Verein einen Arbeitsplatz bietet. Für Prof. Dr. Gabriele Goderbauer-Marchner, die Fraktionsvorsitzende der Landshuter Mitte (LM), ist es „ein gelungenes Projekt der Inklusion“, das in seinem zehnten Jahr besteht.

Die LM-Fraktion und die LM-Arbeitsgruppe „Soziales“ gingen vor Ort, in eines der von „AnS-Werk“ betriebenen Bistros und Cafés: ins JustizCafé am Landgericht. Für den Hausherrn, den Präsident des Landgerichts Heinz-Peter Mair, ist das JustizCafé ein besonders herausragendes Beispiel: „Das war für uns ein Glücksfall, die Akzeptanz ist sehr hoch“, lobte er. Ingrid Roederstein, 1. Vorsitzende des Vereins „AnS-Werk“, gab das Lob zurück und würdigte das gute Klima am Haus. Das Café habe Vorbildcharakter, betonte auch Stadtrat Hans-Peter Summer, der Mitglied im Jugendhilfe- und Sozialausschuss ist.

Bei AnsWerk im Justizcafé: Die Arbeitsgruppe Soziales der Landshuter Mitte: v.l. Ingrid Roederstein, 1. Vorsitzende von AnsWerk, zwei Mitarbeiterinnen, Kerstin Catana, Harald Dietl, Ulrike Aigner, Doris Platzer, Jutta.., Fraktionsvorsitzende Gabriele Goderbauer-Marchner

Bei AnsWerk im Justizcafé: Die Arbeitsgruppe Soziales der Landshuter Mitte: v.l. Ingrid Roederstein, 1. Vorsitzende von Ans-Werk, zwei Mitarbeiterinnen, Kerstin Catana, Harald Dietl, Ulrike Aigner, Doris Platzer, Jutta Astner, Fraktionsvorsitzende Gabriele Goderbauer-Marchner

Als der Verein vor fast zehn Jahren mit einem Bistro an der Städtischen Musikschule seine Arbeit aufnahm, stand die Motivation ganz im Zeichen von „Arbeit nach Schulzeit“ (AnS). Doch für etliche Jugendliche mit Handicap ist es eben nicht eine Tätigkeit nur für eine gewisse Zeit: Viele von ihnen bleiben, haben unbefristete Verträge und eine Perspektive, wie Ingrid Roederstein erklärte: „Uns ist wichtig, dass die Arbeitsplätze sicher sind.“ Ein wichtiges Standbein ist neben den Cafés auch die Zentralküche mit Party-Service. Von dort werden auch etliche Krippen, Kindergärten und Horte beliefert.

Arbeitsgruppen-Sprecherin Kerstin Catana hakte nach, was den Bedarf an weiteren Arbeitsplätzen betrifft. Ingrid Roederstein erläuterte, dass es großes Interesse und auch eine Warteliste mit Jugendlichen gibt: „Denn die beste Therapie ist selbstbestimmte Arbeit mitten in der Gesellschaft“.

Die Rolle der Ehrenamtlichen im Verein hinterfragte Arbeitsgruppen-Sprecherin Ulrike Aigner und AG-Mitglied Harald Dietl. Roederstein ließ keinen Zweifel: „Das Ehrenamt ist unverzichtbar“. So seien es im Kreis der Ehrenamtlichen neben vielen anderen auch die Eltern der jungen Arbeitnehmer, die den Verein mit entwickeln und tragen: ein Fakt, den AG-Mitglied Doris Platzer durch ihre jahrzehntelange Tätigkeit für die Kinderkrebshilfe nur bestätigten konnte.

Prof. Dr. Gabriele Goderbauer-Marchner wollte wissen, bei welchen Themen die LM mit anschieben könnte. Ingrid Roederstein informierte über Visionen des Vereins: Eine davon wäre, neue weitere Arbeitsplätze für Jugendliche mit Handicap zur Verfügung zu stellen. Deshalb führe man Gespräche in Kooperation mit dem Diakonischen Werk zur Vorlage eines Konzeptes für die Jugendherberge. Auch ein Wohnprojekt für junge Menschen steht auf der Wunschliste des Vorstandes.

Stadtrat Hans-Peter Summer und Vereinsvorsitzende Ingrid Roederstein von AnsWerk e.V.
Stadtrat Hans-Peter Summer und Vereinsvorsitzende Ingrid Roederstein von Ans-Werk e.V.