LM bei Schlachthof – Hintergrundgespräch zur geplanten Erweiterung

Der Schlachthof in Landshut Am Banngraben (Luftbild: Vion) - rechts unten soll der Erweiterungsbau sich anschließen
Der Schlachthof in Landshut Am Banngraben (Luftbild: Vion) – rechts unten soll der Erweiterungsbau sich anschließen

Die Schlachthofbetreiberfirma Vion SBL (Vion Schlachthofbetrieb Landshut) GmbH sucht derzeit das Gespräch mit den Fraktionen im Landshuter Stadtrat. Hintergrund: Das Unternehmen will erweitern. Und – es regt sich Protest bei einigen Bürgern.

Die Vion-Geschäftsführer Gerhard Pfeffer (r.) und Hans Auer
Die Vion-Geschäftsführer Gerhard Pfeffer (r.) und Hans Auer

Die Landshuter Mitte nahm die Einladung zum Informationsgespräch mit den beiden Geschäftsführern Gerhard Pfeffer und Hans Auer an; das Gespräch fand am Montag, 1. Dezember 2014, im Besprechungszimmer im Schlachthof nördlich der Bayerwaldsiedlung – im Industriegebiet nahe dem Wohngebiet Hascherkeller – statt. Just am Montag war auch in der Tageszeitung die entsprechende Anzeige bezüglich des Verfahrens nach BImSchG (Bundesimmissionsschutzgesetz) erschienen.  Am 11. Februar 2015 finde der Erörterungstermin statt.

LM-Fraktionsvorsitzende Gabriele Goderbauer-Marchner und LM-Bauexperte Bau-Ingenieur Harald Kienlein
LM-Fraktionsvorsitzende Gabriele Goderbauer-Marchner und LM-Bauexperte Bau-Ingenieur Harald Kienlein

Die Fraktionsvorsitzende Gabriele Goderbauer-Marchner bedankte sich für die Gelegenheit des Austausches und die Möglichkeit, auf viele Fragen, die sich angesammelt hätten, Antworten zu erhalten. Bei dem Termin mit dabei waren auch die Stadträte Dr. Maria E. Fick, Hans-Peter Summer, der Leiter der LM-Arbeitsgruppe Wirtschaft, Harald Knips, LM-Bauexperte Harald Kienlein, LM-Mitglied und quasi Nachbarin zum Schlachthof, Sofie Egerer-Florian, und LM-Vorstandsmitglied Ulrike Aigner.

Bei Vion in Landshut: v.l. Harald Knips, Sofie Egerer-Florian, Stadtrat Hans-Peter Summer, die beiden Vion-Geschäftsführer Hans Auer und Gerhard Pfeffer
Bei Vion in Landshut: v.l. Harald Knips, Sofie Egerer-Florian, Stadtrat Hans-Peter Summer, die beiden Vion-Geschäftsführer Hans Auer und Gerhard Pfeffer

Nach Informationen des Geschäftsführers Pfeffer habe man eine vollbiologische Kläranlage. Habe man 1996 den Betrieb aufgenommen mit 160 Beschäftigten, um wöchentlich maximal 4.000 Schweine und 700 Rinder zu schlachten, sei der Betrieb 2014 ausgelegt auf 15.000 Schweine maximal pro Woche. Seit 2009 gebe es am Standort Landshut bei Vion keine Großviehschlachtung mehr. Man habe 234 Beschäftigte, davon 116 ausgebildete Fachkräfte – und de facto schlachte man wöchentlich ca. 11.000 Schweine.

Stadträtin Dr. Maria E. Fick
Stadträtin Dr. Maria E. Fick
LM-Vorstandsmitglied Ulrike Aigner
LM-Vorstandsmitglied Ulrike Aigner

Das Ziel, so Pfeffer, sei die Erweiterung der Anlage, um ab Ende 2015 21.000 Schweine wöchentlich schlachten zu können. Rund 50 weitere Beschäftigte kämen dann hinzu.

Beträgt der Umsatz in 2014 123 Mio Euro, geht man nach der Erweiterung von 217 Mio Euro Umsatz p.a. aus. Gewerbesteuer werde selbstverständlich, so Pfeffer auf Nachfrage, in Landshut bezahlt. Strom und Wasser beziehe man von den Stadtwerken Landshut.

Pfeffer sagte auch, es sei völlig separat zu betrachten, ob in Hohenthann, Golding oder anderswo große Schweinemastbetriebe existieren oder nicht – das hänge nicht mit dem Landshuter Schlachthof zusammen.

In gesamt Niederbayern würden, so Pfeffer, jährlich 2,4 Mio Schweine gemästet – davon würden rund 700.000 nicht in der Region verarbeitet; und davon wiederum 350.000 würden lebendig nach Österreich gebracht. 1,7 Mio Schweine werden jährlich in Niederbayern geschlachtet. Die Anfahrtsstrecke pro Tier vom Mäster zum Schlachthof betrage im Schnitt 42 Kilometer.

Dass die Bevölkerung in Straubing, deren Schlachthof komplett geschlossen werde, nicht begeistert sei – es gehe um Arbeitsplätze, berichtete Geschäftsführer Auer.  Der Standort Landshut sei jedoch sehr viel attraktiver, die Lage quasi “im Herzen der Metropolregion München” perfekt, so Pfeffer. Man beschäftige in Landshut fünf Veterinärmediziner, schlachte nach neuestem Stand, könne sehr viele Zertifikate vorweisen, u.a. das GQB (Geprüfte Qualität Bayern), man sei auch ein zertifizierter Bio-Schlachthof. Künftig werde es eine Lärmschutzwand geben, durch die Einhausung der Konfiskatverladung gebe es kaum noch eine Geruchsbelästigung, die Schweine würden künftig über eine acht Meter tiefe Betäubungsanlage (CO2) nach neuestem Stand dann geschlachtet, Helium sei laut aktuellster Forschung nicht das geeignete Mittel, so Pfeffer.

Die beiden Geschäftsführer erläuterten der LM ihr Tierschutzversprechen. Pfeffer sagte: Wenn die Leute mehr Biofleisch kaufen würden, könne man auch mehr als Bio-Schlachthof agieren. Er kritisierte, dass die Verbraucher ein Schnitzel für unter 40 Cent erwerben wollen – jedes Katzenfutter sei teurer als ein Schnitzel für den Menschen. Wenn Milch billiger sei als Mineralwasser im Supermarkt, dann stimme etwas mit der Einstellung zu Lebensmitteln nicht, sagte er.

Die Landshuter Mitte dankte den beiden Vion-Geschäftsführern für die ausführlichen Informationen; die anwesenden Stadträte und LM-Mitglieder werden das Angebot, auch weiter in Kontakt zu bleiben und etwaige Fragen zu beantworten, ganz sicher aufgreifen.