Gespräch mit Lokalbetreibern, City-Streife verstärken – LM stellt Ergebnisse der Umfrage ´Mehr Ruhe und Sicherheit´ vor – Nächste Schritte

Fast hundert Bürger, vor allem Anwohner und Geschäftsleute der Innenstadt, haben sich an einer neuen Umfrage der Landshuter Mitte (LM) zum Thema „Mehr Ruhe und Sicherheit“ in Landshut“ beteiligt. „Ohne eine solche Umfrage bekommt man kein Ergebnis. Es prallen unterschiedliche Interessen zusammen“, sagte LM-Vereinsvorsitzender, Stadtrat Prof. Dr. Thomas Küffner, im Café Kreuzer bei der Vorstellung der Umfrage. Die anschließende, von LM-Fraktionsvorsitzender Prof. Dr. Gabriele Goderbauer-Marchner  geleitete Diskussion zeigte, dass das Thema den Bürgern auf den Nägeln brennt.
 Das Umfrage-Team der LM sammelte viele ausgefüllte Umfragebögen und wertete diese aus (v.l.): Sofie Egerer-Florian, Fraktionsvorsitzende Prof. Dr. Gabriele Goderbauer-Marchner, Christine Kaiser, AG-Sprecher
Das Umfrage-Team der LM sammelte viele ausgefüllte Umfragebögen und wertete diese aus (v.l.): Sofie Egerer-Florian, Fraktionsvorsitzende Prof. Dr. Gabriele Goderbauer-Marchner, Christine Kaiser, AG-Sprecher “Sicherheit und Ordnung”, Herbert Lanzinger, Vorstandsmitglied Ulrike Aigner, Stadtrat Hans-Peter Summer und Fritz Kargl.
Initiiert hatte die Umfrage im Herbst die LM-Arbeitsgruppe Sicherheit und Ordnung unter der Leitung von LM-Schatzmeister Herbert Lanzinger.
Engagierter Leiter der Arbeitsgruppe Sicherheit und Ordnung bei der Landshuter Mitte: Herbert Lanzinger (dahinter: Angelika Dudeck)
Engagierter Leiter der Arbeitsgruppe Sicherheit und Ordnung bei der Landshuter Mitte: Herbert Lanzinger (dahinter: Angelika Dudeck)
Gemeinsam mit Sofie Egerer-Florian, Fritz Kargl und Christine Kaiser hatte er die Umfragebögen verteilt und mit vielen Betroffenen in der Innenstadt gesprochen über Fragen wie: Wie kann wieder mehr Ruhe in die Innenstadt einkehren? Wie kann die Sicherheit erhöht werden? 95 Fragebögen kamen ausgefüllt zurück.
Das Thema Sicherheit und Ordnung in der Innenstadt sorgte für rege Diskussionen unter den Bürgern. Die LM will mit diesen Anregungen das Thema nun weiter vorantreiben.
Das Thema Sicherheit und Ordnung in der Innenstadt sorgte für rege Diskussionen unter den Bürgern. Die LM will mit diesen Anregungen das Thema nun weiter vorantreiben. Rechts Vereinsvorsitzender Prof. Thomas Küffner
Lanzinger stellte die Ergebnisse der einzelnen Fragen vor: Die große Mehrheit wünscht sich – bei 67 Ja- und 23-Nein-Stimmen -, dass das Personal der Polizei und der Sicherheitswacht in der Stadt erhöht werden soll. Etwas differenziert sahen die Beteiligten die Frage, ob die Sperrzeit für Gaststätten und Discos verlängert werden soll. 57 Bürger votierten mit Ja, 35 mit Nein. Der Hintergrund: Derzeit gibt es in Landshut keine Sperrzeit, sondern nur eine sogenannte “Putzstunde” zwischen 5 und 6 Uhr.
Harald Knips (r.) hört den Argumenten von Hubert Rottenkolber zu (daneben Kerstin Catana und Mathias Paintner)
Harald Knips (r.) hört den Argumenten von Hubert Rottenkolber zu (daneben Kerstin Catana und Mathias Paintner)
Konkretisiert wurde das Thema „Sperrzeit“ in der dritten Frage: Soll die Sperrzeit von Sonntag bis Donnerstag auf ein Uhr begrenzt und von Freitag bis Samstag auf 3 Uhr ausgedehnt werden? Hier gab es ein klares Votum vom 54 Ja- und 20 Nein-Stimmen. Lanzinger brachte die Stimmung in der Umfrage auf den Punkt: „Die Bürger wünschen sich einen höheren Stellenwert von Ruhe und Sicherheit, aber auch eine attraktive und lebendige Stadt.“
Stadtrat Hans-Peter Summer: Die Innenstadt muss für alle sein - für die Jugend, die Senioren, die Kunden, die Geschäftsinhaber, die Hausbesitzer, die Mieter
Stadtrat Hans-Peter Summer: Die Innenstadt muss für alle sein – für die Jugend, die Senioren, die Kunden, die Geschäftsinhaber, die Hausbesitzer, die Mieter
Rund 40 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben der LM in schriftlicher Form zum Teil sehr detaillierte Anregungen mit auf den Weg. „Besonders die Anwohner haben uns die Situation sehr eindringlich geschildert“, erklärte LM-Vorstandsmitglied Ulrike Aigner, die die Stimmen der Bürger ausgewertet hatte. Ein wesentlicher Punkt: die Lärmbelästigung am Wochenende. Anwohner schrieben von schlaflosen Nächten und lautstarken Partys, Menschenansammlungen an Lokalen und Discotheken, aber auch an Taxiständen. Es gebe in der Nacht zu wenige Taxis.
Sorge machen den Bürgern aber auch die undisziplinierten Autofahrer und der Vandalismus. Sie wünschten sich mehr Polizei und Sicherheitswacht, aber auch die City-Streife. Zur City-Streife steuerten bei der Vorstellung der Umfrage LWS-Geschäftsführer Peter Loder und sein Mitarbeiter Nikolaus Pfeiffer noch weitere Zahlen hinzu. „Die Umfrage gibt ein Stimmungsbild“, sagte Loder von der Firma LWS security group, dem von der Stadt beauftragten Sicherheitsdienst in der Nacht. „Randalierer halten sich an keine Sperrzeit“, ergänzte Pfeiffer.
LWS-Chef Peter Loder (l.) erläutert, warum aus seiner Sicht eine Sperrzeitveränderung nichts bringen werde - rechts sein Mitarbeiter Werner Pfeiffer
LWS-Chef Peter Loder (l.) erläutert, warum aus seiner Sicht eine Sperrzeitveränderung nichts bringen werde – rechts sein Mitarbeiter Nikolaus  Pfeiffer
Die Landshuter Mitte will das Thema weiter vertiefen, wie Fraktionsvorsitzende Prof. Dr. Gabriele Goderbauer-Marchner zusammenfasste: Als nächstes möchte die LM gerne eine Gesprächsrunde mit den Lokalbetreibern in der Innenstadt organisieren. Zudem will sie wegen der Situation bei den Taxis und den Taxistandorten die Stadtverwaltung kontaktieren. Auch die Frage, ob es finanziell möglich ist, die City-Streife auszuweiten, stellt sich aus Sicht der LM: Bisher ist die City-Steife nachts in der Altstadt zwischen Nahensteig und Heilig-Geist-Kirche im Einsatz. Nun sollte überlegt werden, diesen Bereich über den Dreifaltigkeitsplatz bis zum alten Gefängnis auszuweiten. Der Grund: Wie Bürger darlegten, gibt es einen eifrigen „Pendelverkehr“ zwischen der Diskothek in der oberen Altstadt und den beiden Diskotheken im alten Gefängnis.
Ein Super-Team: Fraktionsvorsitzende Gabriele Goderbauer-Marchner, Vereinsvorsitzender Thomas Küffner (dahinter Café-Kreuzer-Chef Franz Wenninger)
Ein Super-Team: Fraktionsvorsitzende Gabriele Goderbauer-Marchner, Vereinsvorsitzender Thomas Küffner (dahinter Café-Kreuzer-Chef Franz Wenninger)