Fraktion und AG Energie/Umwelt im Biomasseheizkraftwerk: Landshuter Mitte beleuchtet Pläne im Bereich der Fernwärme und der regenerativen Energien

Beim Rundgang durch das Biomasseheizkraftwerk ließ sich die Gruppe der LM mit den Stadträten (v.l.) Hans-Peter Summer, Dr. Maria E. Fick und Prof. Dr. Gabriele Goderbauer-Marchner sowie  AG-Sprecher  Wolfgang Perzlmeier die Details erklären. Thomas Vittinghof (M.) und Stadtwerke-Chef Armin Bardelle (im Hintergrund) erläuterten die technischen Zusammenhänge.
Beim Rundgang durch das Biomasseheizkraftwerk ließ sich die Gruppe der LM mit den Stadträten (v.l.) Hans-Peter Summer, Dr. Maria E. Fick und Prof. Dr. Gabriele Goderbauer-Marchner sowie AG-Sprecher Wolfgang Perzlmeier die Details erklären. Thomas Vittinghof (M.) und Stadtwerke-Chef Armin Bardelle (im Hintergrund) erläuterten die technischen Zusammenhänge.

Die Stadt Landshut verfolgt mit einem Energie- und Klimaschutzkonzept das ehrgeizige Ziel, bis zum Jahr 2037 vollständig auf erneuerbare Energie umzustellen. Ein wichtiger Meilenstein dazu das  Biomasseheizkraftwerk (BMHKW).   Wie effizient ist die Arbeit vor Ort? Eröffnen sich damit bald auch Perspektiven für die Fernwärme über die Innenstadt in andere Stadtteile hinaus?  Wie geht der „regenerative“ Weg weiter? Mit diesen und weiteren Fragen setzte sich die Stadtratsfraktion der Landshuter Mitte (LM)  gemeinsam mit der LM-Arbeitsgruppe Energie/Umwelt bei einem Gespräch im Biomasseheizkraftwerk auseinander. Kompetente Ansprechpartner waren Stadtwerke-Chef Armin Bardelle und Thomas Vittinghof, bei den Stadtwerken Sachgebietsleiter für das BMHKW.

Stadtwerke-Chef Armin Bardelle erläuterte auch die Pläne in Sachen Fernwärme im Jahr 2015.
Stadtwerke-Chef Armin Bardelle erläuterte auch die Pläne in Sachen Fernwärme im Jahr 2015.
Thomas Vittinghof, Experte der Stadtwerke für das BMHKW
Thomas Vittinghof, Experte der Stadtwerke für das BMHKW

Organisiert hatte das Treffen für die Landshuter Mitte Wolfgang Perzlmeier, LM-Arbeitsgruppensprecher Energie/Umwelt. Bardelle und Vittinghof ließen dabei die Historie und Entwicklung vor Ort Revue passieren: Nach dem Umbau der Müllverbrennungsanlage in ein Biomasseheizkraftwerk werden dort seit 2011 in Kraft-Wärme-Kopplung Strom und Wärme aus erneuerbaren Energie hergestellt. Damit konnten die Stadtwerke ihre Eigenstromerzeugung erheblich steigern: von acht Prozent auf zwölf Prozent.

Vor der Führung gab es eine interessante Präsentation - links der Arbeitsgruppenleiter der LM, Wolfgang Perzlmeier - mitte Dr. Georg Aigner und Friedrich W. Weimar, rechts Stadtrat Summer, zweite Reihe mittig die Stadträte Gabriele Goderbauer-Marchner, Maria E. Fick, daneben Harald Dietl, Hubert Rottenkolber

Vor der Führung gab es eine interessante Präsentation – links der Arbeitsgruppenleiter der LM, Wolfgang Perzlmeier – mitte Dr. Georg Aigner und Friedrich W. Weimar, rechts Stadtrat Summer, zweite Reihe mittig die Stadträte Gabriele Goderbauer-Marchner, Maria E. Fick, daneben Harald Dietl, Hubert Rottenkolber

Die konkreten Zahlen, nun zu Beginn 2015, sind durchaus beeindruckend, wie sich die LM-Mitglieder einig waren: Derzeit sind rund 19 Kilometer Fernwärmetrasse verlegt, geplant ist eine Netzlänge von 21 Kilometern. Dies entspricht rund 100 Kunden, davon mehr als 50 Prozent Großabnehmer. Rein rechnerisch ergebe sich eine Versorgung von rund 4000 Haushalten. Dies entspreche einer Einsparung von rund 7,5 Millionen Liter Heizöl. Und 2015 ist ein weiterer Ausbau in der Innenstadt in der Oberen Neustadt und in weiteren Gassen geplant, wie Anwohner und Geschäftsleute vor wenigen Tagen informiert wurden. Nicht selten gebe es, sagte Bardelle, einen „Baggereffekt“: d.h. wenn der Bagger erst einmal in der Gasse und vor der Tür steht, entscheiden sich nicht wenige Betroffene (doch) für die Fernwärme.

Beeindruckt von Stadtwerke-Chef Bardelles Ausführungen: Friedrich Weimar (l.) und Dr. Georg Aigner im Biomasseheizkraftwerk

Beeindruckt von Stadtwerke-Chef Bardelles Ausführungen: Friedrich Weimar (l.) und Dr. Georg Aigner im Biomasseheizkraftwerk

Interessant fanden die Teilnehmer der Exkursion auch die Tatsache, dass das Landshuter BMHKW ein Alleinstellungsmerkmal hat. Es sei das einzige Kraftwerk in Deutschland, das ausschließlich Landschaftspflegematerial einsetze. Täglich lieferten rund 15 bis 20 Lkw entsprechendes Material in Landshut an – von Kommunen und Kompostierbetrieben aus der Region. Dieses sei ausreichend und konstant vorhanden. Die weiteste Entfernung eines Anlieferers liege bei nur rund 76 Kilometern, hieß es. Für LM-Fraktionsvorsitzende Prof. Dr. Gabriele Goderbauer-Marchner eine interessante Information und ein bemerkenswerter Aspekt auch für die Öko-Bilanz. Denn  noch immer werde kolportiert, kritisierte sie, dass das Material von weit hinter Regensburg nach Landshut gebracht werde.

Mit Schutzhelm und Haarschutz: v.l. Stadträtin Dr. Maria E. Fick, Harald Dietl, AG-Sprecher Wolfgang Perzlmeier

Mit Schutzhelm und Haarschutz: v.l. Stadträtin Dr. Maria E. Fick, Harald Dietl, AG-Sprecher Wolfgang Perzlmeier

Quo vadis, Fernwärme? Wie geht es nach dem Ausbau des Fernwärmenetzes in der Innenstadt weiter? „Wann kommt die Fernwärme bis zum Klinikum?“, fragte ein Gesprächsteilnehmer, der dort in der Nähe wohnt, konkret nach. Für Armin Bardelle hängt die weitere Entwicklung vom Votum im Stadtrat ab, wie er den LM-Gästen vermittelte: ob sich der Stadtrat hinter dieser Idee weiter versammeln könne oder dies als in sich geschlossenes Projekt betrachte.

Ein imposantes Zahlenwerk - Landshut engagiert sich aktiv an der Energiewende
Ein imposantes Zahlenwerk – Landshut engagiert sich aktiv an der Energiewende (Fotos: Ulrike Aigner)