013 MORGENPOST – LA – Eine Stadt sucht ihren Weg

Am Ende eines jeden Jahres erhält jedes Mitglied des Stadtrates einen statistischen Jahresbericht auf das vorvergangene Jahr. Wir alle können jetzt mit großem Genuss über Zahlen des statistischen Jahresberichtes 2o17 nachlesen.

Den Mitgliedern der Landshuter Mitte Fraktion aus Dr. Maria Fick, Claudia Zehentbauer, Prof. Dr. Thomas Küffner, Hans-Peter Summer und Tilman v. Kuepach liegen natürlich die Menschen der Stadt besonders am Herzen. Wir waren es, die bereits für die Kommunalwahlen 2o14 anhand dieses damaligen statistischen Jahresberichtes Fortschreibungen auf die Zukunft gemacht haben, die allen Aussagen des Bayer. Landesamtes Hohn sprachen. Wir haben in unseren berühmten Flyern, die wir mit Sicherheit für den nächsten Wahlkampf wieder auflegen werden, vorausgesagt, dass die Stadt bis ca. 2o3o wachsen wird. Die Landshuter Mitte ist damals mit Spott überzogen worden, wie wir für diesen Zeit eine Bevölkerung von rund 75 ooo Einwohnern prognostiziert könnten. Die Zahlen geben uns heute Recht. Es wird Zeit aus den uns zur Verfügung stehenden Daten wiederum die richtigen Konsequenzen zu ziehen.

Die Sterbeziffer ist vom Jahr 1999 bis zum Jahr 2o17 von rund 7oo auf knapp 9oo gestiegen. Diese Zahlen werden in den nächsten 2o Jahren massiv ansteigen, da der Bevölkerungsbauch der sogenannten Babyboomer tief nach unten abrutschen wird. Momentan werden in der Stadt Landshut rund 67o Kinder geboren. Das ergibt einen Sterbeüberschuss von genau 183 Personen. Am 31.12.2o17 haben in der Stadt Landshut 71 315 Menschen gewohnt. Im März 2o19 werden es rund 72 5oo Menschen sein. Von 2o16 auf 2o17 hat die Bevölkerung unterm Strich um 875 Einwohner zugenommen. Dieser Zuwachs erklärt sich also ausschließlich aus einem Wanderungsgewinn von 1 o58 Menschen. Diese Landshuter Bevölkerung ist aber keineswegs statisch. Während dem statistischen Jahresbericht des Jahres 2o13 noch entnommen werden konnte, dass 5 999 Einwohner in die Stadt hineingezogen sind und 4 8o9 wegzogen, haben sich diese Zahlen erheblich erhöht. Rund 7 ooo Menschen ziehen in die Stadt hinein, aber auch 6 ooo Menschen verlassen Landshut wieder. Statistisch gesehen erneuert sich demnach die gesamte Stadtbevölkerung alle zehn Jahre.

Ein weiteres dürfte ganz wichtig sein. In Landshut wohnen, Stichtag wieder 31.12.2o17, 12 4o9 Ausländer. Dies ist eine Quote von 17,51 %. Wir wollen die Zahlen nicht schönrechnen. Dieser Ausländeranteil ist extrem hoch und der höchste aller Städte in Bayern. Raten Sie mal welche Nation den ersten Preis trägt. Falsch. Es sind nicht die Türken, sondern die Rumänen. Deren Bevölkerungsanteil hat sich vom Jahr 2o11 mit 476 Personen auf 1 8oo zum letzten Stichtag erhöht. Die Zahlen der türkischstämmigen Einwohner ist die letzten zehn Jahre nahezu mit 1 26o Personen konstant. Extrem stark haben auch die Polen aufgeholt. Von 426 im Jahre 2o11 auf  1 155. Von allen Ausländern die in Landshut wohnen, kommen seit dem Jahre 2o11 die Hälfte aus Ländern der EU. Ein kleiner Einschub sei in diesem Zusammenhang gestattet. Trotz immer wieder aufkommender Behauptungen, kann die Polizei bestätigen, dass die allermeisten Zuwanderer, speziell aus EU-Ländern, auch aus Osteuropa, der Polizei überhaupt keine Probleme machen. Es handelt sich in der Regel wirklich um Menschen, die in Landshut ihr Glück machen und fleißig, sogar sehr fleißig, ihrer Arbeit nachgehen und dabei auch jede Arbeit annehmen.

Aus diesen Zahlen lässt sich bereits ein erstes Fazit ziehen. Die Stadt Landshut, wie eigentlich alle Kommunen, ist darauf angewiesen, dass Menschen aus anderen Gegenden zuziehen. Natürlich ist eine Integration wesentlich leichter, wenn innerhalb des Freistaates sich Menschen für Landshut entscheiden, als wenn jemand aus einem fernen Kontinent zuzieht. Man kann sich an allen fünf Fingern darüber hinaus ausrechnen, dass steigende Arbeitslosigkeit in einem anderen Land zu weiterem massivem Zuzug führen wird. Interessant ist auch, dass beispielsweise Portugiesen, die ebenfalls mit hoher Arbeitslosigkeit konfrontiert sind, statistisch kaum Erwähnung finden, während eben die osteuropäischen Länder immer mehr bevölkerungsprägend werden. Augenscheinlich sind die Menschen in Osteuropa nach dem Fall des Eisernen Vorhangs mehr als hochflexibel. Was täten wir auch in unseren Altenheimen, Krankenhäusern und am Bau, wie auch bei den übrigen Versorgungsbetrieben wie Müllabfuhr, wenn wir unsere ausländischen Mitbürger nicht hätten?

Eine Zahl am Rande. Der Landkreis Landshut ist vom Jahre 2oo9 von 148 3o5 bis zum 31.12.2o17 auf 157 239 Einwohner gestiegen. Das ist ein prozentual deutlich langsameres Wachstum als in der Stadt Landshut. Es gibt dabei Kommunen am äußeren Rand des Landkreises, die sogar nicht gewachsen sind, sondern einige Einwohner verloren haben. Als Faustregel ist, dass je näher die Kommune zur Stadt hin liegt, desto deutlicher sind die Wanderungsgewinne.

In der Stadt Landshut sind 38.354 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Aus der Stadt kommen aber nur 13.142 . 25.212 pendeln in die Stadt ein. Es wohnen aber in der Stadt Landshut insgesamt 28.683 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Wie oben dargestellt, sind 13.142 Menschen dann in Landshut selbst beschäftigt, während 15.541 auspendeln. Richtig, mehr Arbeitnehmer aus Landshut pendeln aus, als in Landshut arbeiten; allerdings finden ihre Arbeit in der Landeshauptstadt München lediglich 2.265 Personen aber auch in den Landkreisen Freising und Erding zusammen gibt es rund 2.6oo Beschäftigte aus Landshut. Die Fahrt nach Dingolfing treten nur 1.193 Menschen aus Landshut an. Das lässt den eindeutigen Schluss zu, dass der Flughafen München der größte Arbeitgeber der Auspendler, wohl aber auch der ganzen näheren Region Landshut sein dürfte.

Die Ein- und Auspendlerzahlen ergeben aber auch, dass das Wohnungsangebot in Landshut verhältnismäßig günstiger ist als am Ort der Arbeit.

Sie haben jetzt die Nase voll von weiteren Zahlen? Der statistische Jahresbericht der Stadt Landshut würde Ihnen auf 152 Seiten weitere hoch interessante Zahlen präsentieren, die es wert wären, mal in Augenschein genommen zu werden. Die MORGENPOST will mit dieser Datenflut Zusammenhänge aufzeigen, die zwingend sind. Es hat überhaupt keinen Zweck sich darüber zu beschweren, dass eben so viele EU-Ausländer aus fernen Ländern in Landshut wohnen. Völlig unabhängig davon, dass wir uns eigentlich freuen dürfen, dass zu uns so kulturell verwandte Personen in letzter Zeit nach Landshut gekommen sind. Es ist völlig zwecklos hierüber zu diskutieren. Alle EU-Ausländer haben das Recht Residenz in jedem Land der europäischen Union zu wählen wo immer sie wollen. Im Übrigen belasten diese Personen auch die Sozialversicherungskassen in keinem Fall, sondern das sind regelmäßig arbeitende und sich reproduzierende Menschen, die mehr in die Sozialkassen einzahlen als sie herausbekommen werden. Der hohe Auspendleranteil, der faktisch bedeutet, dass jeder zweite arbeitende Landshuter nicht in Landshut arbeitet, sollte uns darauf aufmerksam machen, dass wir es auch zulassen, dass vermögendere Personen nach Landshut kommen können und nicht ständig nur nach „Sozialwohnungen“ geschrien wird. Die Zahlen belegen auch immense Pendlerströme, die die Infrastruktur der Stadt massiv belasten. Es tut zwingend Not sich alternative Angebote zum PKW zu überlegen.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

Ihr

Tilman v. Kuepach

 

 

Landshuter Mitte Vorstand:
Prof. Dr. Thomas Küffner, 1. Vors.
Ulrike Aigner, 2. Vors.
Hans-Peter Summer, 3. Vors.
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Wolfgang Perzlmeier, Schriftführer
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