MORGENPOST – Landshut und die Natur

Vielleicht haben Sie es gelesen oder vielleicht auch die Landshuter Neubürger selbst begrüßt.

4 ungarische Graurinder grasen ab dem letzten Montag in der Ochsenau. Warum gerade diese Tiere aus dem Nationalpark „Neusiedler See“ nach Landshut gekommen sind, kann mit Verweis auf die Geschichte beantwortet werden. Zu den Festivitäten der Landshuter Hochzeit 1475, so steht  es in den Annalen, wurden 323 ungarische Rinder geschlachtet und verspeist.

Wahrscheinlich wie aus den Filmwestern bekannt, sind damals riesige Herden durch Europa gezogen und mangels Viehtransporter wurden die Tiere fallweise dann verkauft und ihrer Bestimmung zugeführt. Angeblich sind diese Herden dann weit bis nach Schweden und Russland gezogen. Fast so wie dies heute noch die Wanderschäfer mit ihren Tieren unternehmen, dürften die damaligen Umtriebe eher im Spätherbst oder Vorfrühling stattgefunden haben. Die Begeisterung der jeweiligen Landherren wäre übersichtlich gewesen, wenn die Heumahd durch das Durchtrampeln dieser riesigen Herden zunichte gemacht worden wäre.

Es ist also eine schöne Reminiszenz an wirklich alte Zeiten, diese Urtiere oder besser gesagt deren Nachzüchtungen beim Abweiden zuzusehen. Der Stress wird weniger, man entschleunigt sich. Während Schafe echte Leckermäuler sind und Halm für Halm der besten Kräutlein zupfen, geht es bei den Graurindern nicht genau. Die Zunge wird wie eine Sense eingesetzt. Ob Löwenzahn oder Distel, auch Sträucher werden abgemäht und sollen so die Heidestruktur der Ochsenau erhalten.

Die Mitglieder der Landshuter Mitte Fraktion, Dr. Maria Fick, Claudia Zehentbauer, Thomas Küffner, Hans-Peter Summer und Tilman v. Kuepach sehen diese Landnahme nicht ganz so unkritisch.

Entscheidend muss sein, dass der vordere Teil der Ochsenau an der LA 14 in absehbarer Zeit Bauland wird. Vor gut 10 Jahren wurde ein tragfähiger Kompromiss mit dem Naturschutz gefunden, was für den Menschen zum Wohnen und was für die Natur aus dem Truppenübungsplatz zur Verfügung gestellt werden sollte. Nur daran wollen sich die Naturschützer jetzt nicht mehr halten.

Die 4 Graurinder bergen ein erhebliches Sprengpotenzial diese Vereinbarung auszuhebeln. Sie erinnern sich, dass zunächst ein Urinsekt gefunden wurde, das aber dann wohl mehr als häufig anzutreffen ist. Wenn jetzt die Rindvieher als Begründung herhalten müssen, die Heidestruktur und nicht ein Baugebiet zu generieren, wird es eng, Wohnungen für Menschen in Landshut zu errichten. Die Ochsenau ist eine echte Chance für unsere Stadt günstig Bauland auszuweisen, da der Grund der Hl. Geiststiftung gehört. Es könnte ein Stadtteil werden, der den Individualverkehr an den Rand drängt, also nur für den Menschen und nicht für das Auto da ist.

Und es ist ein ausgemachter Unsinn, dass damit die LA 14 noch weiter verstopft wird. Es muss möglich sein in die Innenstadt hinein ÖPNV so zu entwickeln, dass die Neubürger zusammen mit dem bestehenden Stadtteil Auloh dann eine echte Alternative zum Auto bekommen, denn wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Ich wünsche Ihnen ein schöne Woche

Ihr

Tilman v. Kuepach

Landshuter Mitte Vorstand:
Prof. Dr. Thomas Küffner, 1. Vors.
Ulrike Aigner, 2. Vors.
Hans-Peter Summer, 3. Vors.
Herbert Lanzinger, Schatzmeister
Wolfgang Perzlmeier, Schriftführer
Neustadt 532-533
84028 Landshut
info@landshutermitte.de