MORGENPOST – Landshut und der ÖPNV

Viel Tamtam und weiteres Gewese gab es um den Bürgerentscheid „Busse Baby“. Die meisten Landshuter, die zur Abstimmung des Bürgerbegehrens gegangen sind, sprachen sich dafür aus, den ÖPNV in Landshut zu stärken. Das Ziel der Antragsteller war, dass die Stadt ihr Engagement in Sachen ÖPNV massiv ausweitet. Es sollen rund 3o % mehr Busse fahren als dies bis heute der Fall ist.

Die Stadt Landshut hat zusammen mit dem Landkreis, der sich dankenswerterweise zum ersten Mal an einer derartigen Befragung beteiligt hat, nun das Ergebnis erhalten. Die Aussagen, die gewonnen werden, sind hoch interessant. So ist der Anteil des Fahrradverkehrs und der Fußgänger in der Stadt Landshut sehr hoch. Der motorisierte Verkehr, der, je weiter die Strecken natürlich sind, zunimmt, beträgt in Landshut rund 41 %. Das ist auch der Schnitt, den die Großstädte zu verzeichnen haben. Nun werden 1o % der Fahrten aller Landshuter Bürger mit dem ÖPNV, also mit den Stadtbussen, zurückgelegt. Nun hat Landshut, wie wir mit großem Bedauern zur Kenntnis nehmen mussten, nur einen „einfachen“ und keinen guten, geschweige dann einen sehr guten ÖPNV. Die Großstadt München hingegen verfügt unbestritten über die bestmöglichste Variante, die dem Bürger in Bayern zur Verfügung steht. Hier ist die Quote aber auch nur 14 %. Nur 14 % aller Fahrten der Bürger Münchens werden mit dem ÖPNV zurückgelegt. Der Gutachter hat in seiner Anhörung dargelegt, dass eine Erhöhung um 3o %, wie im Bürgerbegehren gefordert, nicht zu einer Erhöhung der Fahrgastzahlen führt, sondern allenfalls im niedrigen einstelligen Bereich. Andere Städte, wie z. B. Aschaffenburg, lassen ihr ÖPNV-System am Wochenende für alle kostenlos fahren. Das hat aber nur dazu geführt, dass Fußgänger oder Fahrradfahrer für Kurzstrecken auf die Busse umsteigen. Die Erhöhung des ÖPNV-Angebotes führt momentan in erster Linie lediglich also zur Verdrängung anderer umweltfreundlicher Fortbewegungsmittel. Die Quote des motorisierten Verkehrs wird sich dadurch nicht verringern lassen.

Diese Botschaft ist zunächst bitter. Die Mitglieder der Landshuter Mitte Fraktion, Dr. Maria Fick, Claudia Zehentbauer, Prof. Dr. Thomas Küffner, Hans-Peter Summer und Tilman v. Kuepach sind jedoch der Ansicht, dass intelligentere Angebote, die auf Autofahrer gestrickt werden können, entwickelt werden müssen. Eine weitere Botschaft des Gutachters zielt genau in die gleiche Richtung ab. Der Individualverkehr in Landshut kann durch einfache Maßnahmen des ÖPNV der Stadt Landshut nicht verändert werden. Immer noch fahren aber nahezu sämtliche Arbeitnehmer vom Landkreis in die Stadt mit ihrem Auto. Das ist auch nur natürlich, da zwar in der Früh massenhaft Schulbusse in die Stadt hineindrängen, die zwar die Kinder mittags wieder heimbringen, Nachmittag und abends, wenn die Arbeitnehmer nach Haus wollen, findet sich keine Möglichkeit, dies mit dem ÖPNV zu unternehmen.

Die lauthals verkündete Entscheidung des Freistaates Bayern für alle ein 365,– €-Ticket zu ermöglichen, hätte bedeutet, dass jeder an allen Tagen des Jahres für einen € den gesamten ÖPNV hätte nutzen können. Diese Entscheidung wurde still heimlich einkassiert. Landshut beteiligt sich am Modellversuch, dies Schülern anzubieten.

Durch die Gründung des LaVV steht jetzt eine probates Mittel zur Verfügung entsprechend intelligente Takte zu finden und auch für Landkreisbürger attraktive Verbindungen in die Stadt mit dem ÖPNV zu schneidern.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende

Ihr

Tilman v. Kuepach

 

Landshuter Mitte Vorstand:
Prof. Dr. Thomas Küffner, 1. Vors.
Ulrike Aigner, 2. Vors.
Hans-Peter Summer, 3. Vors.
Herbert Lanzinger, Schatzmeister
Wolfgang Perzlmeier, Schriftführer
Neustadt 532-533
84028 Landshut
info@landshutermitte.de