MORGENPOST – Landshut und das Klinikum

Das Team der Landshuter Mitte Fraktion aus Dr. Maria Fick, Claudia Zehentbauer, Hans Peter Summer, Tilman v.Kuepach und Dr. Thomas Küffner hat letzteren zum Spezialisten in Sachen Krankenhausmanagement gekürt. Frau Dr. Fick ist Mitglied des Aufsichtsrates. Es wäre an und für sich damit deren Sache, hier vorzutragen. Aber Sie kennen das, manche drängt es einfach zu schreiben.

Das Klinikum mit dem markanten Gebäudeensemble der 60er Jahre ist schon der Stolz der Stadt. Wer weiß noch, dass durch den Neubau in 1965 die bis dahin existierenden und in schlechtem Zustand befindlichen 4 städtischen Krankenhäuser, das Allgemeinkrankenhaus in der Ländgasse (heutige Volkshochschule), die Abteilung für Infektionskrankheiten im Ottonianum (heutige Jugendherberge Landshut) nebst “Eiserner Lunge”, die Klinik für Geriatrie und chronische Krankheiten im Adelmannschloss und das Elisabeth-Krankenhaus für Innere Medizin und Chirurgie (heutiges Versorgungsamt) an einem Ort und in einem modernen Gebäude vereint werden konnten. Und jetzt soll sogar schon die Jugendherberge wieder weichen.

Das Klinikum hat aber auf Grund der Nähe zum Achdorfer Krankenhaus kein Alleinstellungsmerkmal, sondern hohe Konkurrenz. Die Versuche mit dem Landkreis (LAKUMED) zu einer Fusion zu kommen, hat mindestens drei Oberbürgermeister und ebenso viele Landräte verschlissen. Thomas Küffner hat instruktiv nachgewiesen, dass eine intensive Zusammenarbeit und nur die zählt, dazu führte, dass Landshut mit den Kliniken die höchste Versorgungsstufe erreichen könnte:

Krankenhäuser der Maximalversorgung müssen im Rahmen des Bedarfs mit ihren Leistungsangeboten über Krankenhäuser der Schwerpunktversorgung wesentlich hinausgehen. Sie sollen die entsprechenden hochdifferenzierten medizinisch-technischen Einrichtungen vorhalten und wesentlich mehr als 500 Betten anbieten können.

So steht es jedenfalls im Gesetz. Weder das städtische Klinikum noch die Achdorfer schaffen das alleine. Reaktion der „Gegenseite“ war aber leider Funkstille.

Als Stadtrat wird man meist mit kleinen oder größeren Problemen überfrachtet, aber eines ist allen Gesprächen gleichbleibend zu entnehmen. Die medizinische Versorgung unseres Klinikums ist Spitze, gerade die Notaufnahme wird in den höchsten Tönen gelobt. Erst letzte Woche hat ein Fan der Achdorfer, der schon seit Lebzeiten mit dem Krankenhaus dort verbunden ist, erzählt, dass er eher zufällig in die Notaufnahme des Klinikums verwiesen wurde und er ohne Wartezeiten perfekt behandelt worden ist. Die Schwestern und Ärzte haben sein Problem bestens behandelt. Er kommt wieder.

Nur wird das Klinikum auch zu einem erheblichen Brocken im städtischen Haushalt. Allein im laufenden Jahr müssen möglicherweise 10 Mio. Euro zugebuttert werden und ein Ende dieser Subventionenflut ist nicht absehbar. Das neue Bettenhaus 1, das eine Bresche in das 60er-Jahre Ensemble bricht, soll 80 Mio Euro kosten, die wohl zu 80% staatlich gefördert werden. 20 % Eigenanteil ist aber immer noch eine Menge Holz und wie der Ausbau weitergehen soll und wie er gefördert wird, steht in den Sternen. Sollte eine Fusion scheitern, kann nur mehr Kaffeesatzleserei betrieben werden, ob nicht doch eine Krankenhausgesellschaft eingeschaltet wird. Diese privaten Gesellschaften gelten als böse, da sie Geld verdienen wollen/müssen.

Andererseits hat das Kinderkrankenhaus St.Marien erst einen runden Geburtstag gefeiert. Die Betreibergesellschaft, die seit Jahren den Laden schmeißt, ist dabei nie in der Kritik gewesen und die ärztliche Versorgung blieb wohl auch nicht auf der Strecke.

Ich bin sicher, dass spätestens in ein paar Jahren ganz schnell der Ruf nach finanzieller Sanierung laut wird. Nur die Landshuter Mitte steckt nicht den Kopf in den Sand, sondern fordert nicht nur eine Fortführungsprognose, sondern auch das Ausloten einer Alternative.

Ich bin sicher, dass der Landkreis auch deshalb so zögerlich auf die Brautschau der Landshuter reagiert, da mit einem Weiterwursteln der Stadt gerechnet wird.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende 

Ihr

Tilman v. Kuepach

Landshuter Mitte Vorstand:
Prof. Dr. Thomas Küffner, 1. Vors.
Ulrike Aigner, 2. Vors.
Hans-Peter Summer, 3. Vors.
Herbert Lanzinger, Schatzmeister
Wolfgang Perzlmeier, Schriftführer
Neustadt 532-533
84028 Landshut
info@landshutermitte.de