MORGENPOST – Bienchen, Blümchen und Bäume

Viele Mitbürger sprechen uns an, Ihr habt nur mehr Bienchen, Blümchen und Bäume im Sinn. Wo bleiben die großen Probleme der Stadt. Wir versinken im Verkehr. Der Handel in der Stadt wird immer dürftiger und die Mieten und vor allem die Immobilienpreise kennen nur eine Richtung, nämlich steil nach oben.

Wir die Mitglieder der Landshuter Mitte Fraktion, Claudia Zehentbauer, Dr. Maria Fick, Hans-Peter Summer, Dr. Thomas Küffner und Tilman v. Kuepach glauben, dass wir uns um die wirklichen Probleme kümmern. Wir können eigentlich stolz darauf sein, dass was wir vorgeschlagen haben sich letztlich als wichtig und auch mehrheitsfähig herausgestellt hat. Denken Sie bitte an unser Marketingkonzept, das zunächst als unnötig, dann als interessant und jetzt als würdig zur Chefsache erklärt worden zu sein, oder an den Denkmalbeauftragten, den wir schon im letzten Wahlkampf als unverzichtbar angesehen haben; er wurde installiert. 

Bienchen, Blümchen und Bäume werden aber in ihrer Dimension das politische Thema schlechthin werden. Wir sind uns mit allen politischen Kommentatoren einig, dass die ehemaligen Volksparteien die Befindlichkeit der Wähler, z.B. Fridays for Future völlig verschlafen haben. Die Bekenntnis zu diesen Themen klingt aber alles andere als ehrlich, sondern klingt aufgesetzt und nur der Not gehorchend.

Letzte Woche fand ein großer wissenschaftlicher Kongress in Berlin, genauer im Haus der Kulturen der Welt statt. Geologen hatten zu entscheiden, ob das Erdzeitalter des  Holozän (Nacheiszeit) beendet ist und ob und wann das Anthropozän, also das Zeitalter anbreche, das überwiegend von Menschen gestaltet sei.

Irgendwann so die Wissenschaftler um 1950 begann die vom Menschen dominierte Zeit in dem der Mensch seinen Lebensraum in einem Maße ausbeutet und umformt wie dies zuvor nur erdgeschichtliche Ereignisse konnten.

Den Wissenschaftlern geht es dabei nicht darum anklagend die Zerstörungen oder Einflüsse den Mitmenschen vor Augen zu führen, sondern nur nachzuweisen, dass es auf der ganzen Welt keinen Ort gibt, der nicht vom Einfluss unserer Spezies kündet. Dabei werden Schichten der Erde danach analysiert, ob Plutonium anzutreffen ist, ein vom Menschen generiertes Element oder Plastiktüten im Marianengraben bei über 10 000 Meter Tiefe.

Im Bayerischen Rundfunk fand eine interessante Sendung auch zu diesem Thema statt. Der wissenschaftliche Gast der Sendung erläuterte, dass die Bevölkerung Afrikas in den nächsten 30 Jahren sich verdoppele und, dass Nigeria heute mit 200 000 000 (200 Millionen) im Jahre 2050 das drittgrößte gemessen an den Einwohnerzahlen sein und bis 2100 sollen sich die Einwohnerzahlen verfünffacht haben. Nicht gerade gute Aussichten, was auch Wanderungsbewegungen betreffen. 

Wir in der reichen Welt müssen zumindest das tun, was wir können. Wir unterstützen die Freiflächensatzung der Stadt, die das Aufkiesen der Gärten reglementiert. Gärten des Grauens hat ein Zeitgenosse dies genannt und zu Recht die Frage gestellt wieso Menschen freiwillig auf ein Stück lebendige Natur vor ihrem Fenster verzichten.

Wir haben die Pflicht alles nur Erdenkliche zu tun zumindest im Kleinen die Welt zu retten.

Wir müssen anfangen anders herum zu denken. Nicht das bloße Wachstum der Wirtschaft steht im Vordergrund, sondern die Frage wie kann ich wirtschaften und gleichzeitig zumindest klimaneutral produzieren.

Wenn Leute in entsprechenden Zirkeln diese Probleme leugnen, dann kommt es einem vor, als pfeife derjenige im dunklen Wald, um sich Mut zu machen. Die hochentwickelte Bundesrepublik Deutschland hat aber die allerbesten Voraussetzungen Vorreiter in sehr guter (nicht vernünftiger!!!!) Klimapolitik zu werden. Man muss halt aber das liebgewordene einfache Leben in Saus und Braus neu organisieren.

Wie hat Martin Luther sinngemäß so schön gesagt, er pflanze heute noch ein Apfelbäumchen, selbst wenn er wüsste, dass morgen die Welt zusammenbräche. 

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche

Ihr 

Tilman v. Kuepach

 

Landshuter Mitte Vorstand:
Prof. Dr. Thomas Küffner, 1. Vors.
Ulrike Aigner, 2. Vors.
Hans-Peter Summer, 3. Vors.
Herbert Lanzinger, Schatzmeister
Wolfgang Perzlmeier, Schriftführer
Neustadt 532-533
84028 Landshut
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