MORGENPOST – ÖPNV in Landshut

Wir haben schon ein paarmal über die Belastung der Landshuter durch Verkehr geschrieben. Dieses Dauerthema wird uns im kommenden Wahlkampf begleiten, und ich behaupte, es wird eines der wichtigsten Themen werden. Die Landshuter Mitte Fraktion aus Claudia Zehentbauer, Dr. Maria Fick, Hans-Peter Summer, Dr. Thomas Küffner und Tilman v.Kuepach hat sich das Thema auch schon vorgenommen, und in bewährter Manier wird auch hier ein Positionspapier erarbeitet werden.

Im letzten Plenum wurde ausführlich diskutiert, da nach dem Fachsenat auch die Vollversammlung die durchgeführte Haushaltsbefragung zu den Verkehrsmitteln in Stadt und Landkreis Landshut durcharbeiten sollte.

So weit, so schön, da die Busse in der Stadt ihre Arbeit recht ordentlich machen. Circa 10 Prozent aller Wege, die in der Stadt Landshut absolviert werden, werden mit dem Bus erledigt. Diese Quote ist ebenso unverändert hoch, wie die der Radfahrer. Auf die konkrete Frage, wie denn der Anzahl der ÖPNV-Nutzer zu steigern wäre, wurde durch das Bürgerbegehren „Busse-Baby“ die Forderung erhoben, mindestens 30 % mehr Fahrbewegungen durch Busse vorzunehmen.

Das wird aber, wie wir gehört haben, linear nur dazu führe, dass die Quote der Busnutzer um 2 – 3 % erhöht werden kann. Klar, gibt es Defizite. Ein Test kann dies beweisen. Begeben Sie sich zum Klinikum, am besten um 10 Uhr morgens, und beschließen Sie sofort zum Moniberg zu wollen. Mit dem Auto sind Sie in wenigen Minuten am Ziel. Mit dem Fahrrad (nicht E-Bike) brauchen Sie gute 40 min. Zu Fuss sind es exakt 53min und mit dem Bus, kaum zu glaubende 56min. Der eine oder andere Radfahrer wäre vielleicht schneller, aber unsere Testperson hat es vorgezogen, die steilsten Passagen zu schieben.

Hier ist, wie an anderer Stelle noch Luft nach oben für den ÖPNV, aber nach Rasenmähermethode 30 % nach oben, wird es mit der Landshuter Mitte nicht gehen.

Herbert Lanzinger, ein treues Mitglied der LM, hat eine schöne Geschichte über die Grünen und die Forderung „rechts vor links“ abzuschaffen gefunden. Dieser Schildbürgerstreich zeigt aber, dass die Freunde mangels politischer Alternative jetzt wie der sprichwörtliche Esel auf das Eis geht, da es ihm zu gut geht:

Die „rechts vor links”-Regel sei ein Relikt der Nazi-Zeit, so Grünen-Chef Anton Hofreiter. „Mit dem Aus für den Verbrennungsmotor und der kommenden Verkehrswende ist eine Reform der Straßenverkehrsordnung dringend geboten“, so Hofreiter. „Wir müssen mit eisernem Besen die braune Sauce aus der StVO kehren. Wir stehen auch auf der Straße für einen neuen Wertekompass. Auch Katrin Göring-Eckart hält eine „rechts vor links”-Reform im Straßenverkehr für dringend geboten:  Unterschwellig werde damit „rechts = richtig“ assoziiert, was der AfD helfe. Göring-Eckart im Focus: „Erst haben die Nazis die Frauenkirche in Dresden zerstört und dann haben sie uns auch noch eine so unsinnige Vorfahrtsregel eingebrockt. Es ist kaum verständlich, dass dies bis heute Gesetz ist.“

Aber viel schlimmer, ist die Unkenntnis dieser Politiker. Die Regelung stammt nicht von den Nazis, sondern sie ist viel älter. Früher, ganz früher, zu Zeiten der Postkutschen gab es auf der ganzen Welt nur Linksverkehr. Mit dem Bahnzeitalter wurde das in einigen Ländern, so auch in Deutschland, geändert und auf den Rechtsverkehr umgestellt. Logisch, dass dann mit dem Aufkommen der Autos diese Regel auch auf den motorisierten Verkehr übertragen wurde. So auch in vielen europäischen Ländern. In Frankreich aber, fahren die Autos rechts, wie bei uns, die Bahn aber weiterhin links, mit einer Ausnahme. Im teils deutschen, dann wieder französischen Elsass, fährt die Bahn wie in Deutschland rechts.

Und in Schweden wurde 1967 auch der Autoverkehr von links auf rechts geändert, mit der Anweisung das Licht auch tagsüber einzuschalten. Es gab nämlich die Befürchtung, dass im einsamen Nordschweden die Umstellung sich nicht herumgesprochen hätte…

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

Ihr

Tilman v. Kuepach

 

Landshuter Mitte Vorstand:
Prof. Dr. Thomas Küffner, 1. Vors.
Ulrike Aigner, 2. Vors.
Hans-Peter Summer, 3. Vors.
Herbert Lanzinger, Schatzmeister
Wolfgang Perzlmeier, Schriftführer
Neustadt 532-533
84028 Landshut
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