MORGENPOST – Landshut im Glück?

Zu Politik gehört auch Glück, aber Glück hat immer nur der Tüchtige. Augenscheinlich hat aber unsere Bundesregierung kein solches Glück. Gerade hat der europäische Gerichtshof die Mautpläne als nicht mit EU-Recht vereinbar angesehen. Dies auf Klage der Republik Österreich, die es geschafft hat, dass beispielsweise die Brennerautobahn mit zweimal Maut belegt wird. Einmal hat man das Pickerl und dann noch die Strecke zum Brenner zum zweiten Mal zu bezahlen. Aber nach dem Willen der Österreicher darf Deutschland keine maut verlangen.

Das Gleiche wird wohl mit der CO²-Steuer sein. Alle progressiven Kräfte schreien, dass die Bundesregierung eine solche Steuer verlangt. Das heißt, dass die mehr oder weniger üblen Stinker je nach Ausstoß  des Treibhausgases bezahlen müssen. Der Staat verdient also daran, dass es wärmer wird; so wie beim Tabakrauchen wird zwar die Gesundheit nicht besser, aber die Staatskasse gesundet beim „Ausatmen“, was auch immer herauskommt.

Wir in Landshut stehen nahe am Verkehrskollaps. In der gegen 7 bis 8 Uhr geht gar nichts mehr. Die Autos stehen auf der B15 bis Essenbach zurück, oder von Adlkofen kommend bis zum Ortsschild Schweinbach bis zur Ampel. Die Ihnen schon vorgestellte Haushaltsbefragung hat ergeben, dass die Bevölkerung aus Altdorf, Ergolding oder Kumhausen hier sehr häufig anstelle des Autos den ÖPNV benutzt und das Auto in der Garage lässt.  Ganz im Gegenteil dazu die Bewohner von Essenbach und Adlkofen. Die Erklärung dafür ist völlig simpel. Die Stadtbusse bedienen die genannten Randgemeinden mit einem regelmäßigen Service. Zumindest alle halbe Stunde kann der Ergoldinger, der Kumhauser oder der Altdorfer im Netzgebiet der Stadtbusse eigentlich wohlfeil jedes Ziel in der Stadt ansteuern und das sogar spätabends. Machen Sie sich doch mal den Spaß die Internetseite des Landkreises zu den Buslinien aufzurufen: https://www.landkreis-landshut.de/LandkreisEinrichtungen/BuslinienimLandkreis.aspx. Klicken Sie die Linie die Linie 310 an. Von Adlkofen in die Stadt kann man unter der Woche zu fünf verschiedenen Zeiten fahren, am Samstag genau einmal und am Sonntag gar nicht.

Klar die Schüler werden transportiert, das klappt auch, aber der Pendler, der nicht verschwitzt nach 10 km radeln in die Arbeit kommen will, dem bleibt nur das Auto.

Was liege dann näher die Stadtbusse auch nach Essenbach und Adlkofen fahren zu lassen, analog den anderen Kommunen. Denkste, der Freistaat Bayern hat hier etwas dagegen. Die Linie betreibt ein privater Unternehmer, der zwar defizitär arbeitet, was aber ausgeglichen wird und ein Wettbewerb in unserem System ist zwar unter Bauunternehmern, Rechtsanwälten usw. erlaubt, aber nicht im ÖPNV. Und was weiter hinzukommt. Die Stadt darf an andere Kommunen nicht mehr als einen bestimmten Prozentsatz an „Fuhrleistungen“ erbringen und das hat die Stadt auch schon ausgereizt. Andere Bundesländer haben diesen Missstand längst erkannt und gesetzlich abgeschafft. Bayern weigert sich beharrlich dies zu tun. Ob die Stadt im Pendlerverkehr ertrinkt oder nicht, ist den Herren (oder Damen) in München egal. Auch das Votum des EuGH, das das Prestigeprojekt der CSU mit der „Ausländermaut“ gekippt hat, wird daran nichts ändern. Aber wie war das mit dem Glück des Tüchtigen? 

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche.

Ihr 

Tilman v. Kuepach

 

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