MORGENPOST – Kinder sind der Garant der Gesellschaft

Wie sieht es in Landshut mit der Kinderbetreuung aus? Nein, nicht die durch Eltern oder weitere Verwandte, sondern durch den Staat im weiteren Sinne, also auch durch die Stadt. Seit dem 01.08.2013 gibt es für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Der Gesetzgeber dachte augenscheinlich daran, dass trotz Elternzeit, die ja bis zu 3 Jahre beträgt, Elternteile wieder arbeiten wollen oder müssen und auch niemanden haben, der sich um das Kind kümmert.

Der Bund, der sich diese Gesetze einfallen lässt, hat sich selbst aus der Verantwortung genommen und diese Aufgabe an das Land und dieses an die Kommunen überwälzt unter vornehmer Zuzahlung pauschaler, viel zu niedriger Summen.

Zum 01.07.2019 werden sog. Einschulungskorridorre geschaffen. Danach können Eltern frei wählen, ob Kinder die in den Monaten Juli bis September geboren sind, schon eingeschult werden können oder noch ein Jahr in den Kindergarten. Was das an Planungsunsicherheiten für die Kommune bedeutet, kann man sich gut ausmalen.

Der Gesetzgeber geht aber noch einen Schritt weiter. Momentan wird der Vorschlag diskutiert einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagesbetreuungsplatz für Grundschulkinder festzusetzen. Der Anspruch kommt, davon können Sie ausgehen. Auch hier weiß die Kommune nicht, wie und in welchem Umfang dies garantiert werden kann. Unabhängig von den Kosten steht, wie in allen diesen Einrichtungen kein geeignet ausgebildetes Personal zur Verfügung.

Klar ist, dass Fachkräfte überall rar sind und, dass gerade Frauen umworben werden, natürlich Kinder haben zu wollen, aber am besten gleich nach der Entbindung wieder weiter zu arbeiten. Und die Gesellschaft hat sich gewandelt. Eine Frau, die nur zu Hause bleibt, die Nur-Hausfrau zählt nichts mehr, warum eigentlich? Die Schulen, aber alle Erziehungsinstitutionen haben heute viel weitergehende Aufgaben. Sie sind faktisch Sozialisationsorte mit Erziehungs- und Integrationsauftrag. Die Rolle der Kirchen, wie auch der Familie minimalisiert sich immer weiter.

Die Landshuter Mitte aus Claudia Zehentbauer, Dr. Maria Fick, Hans-Peter Summer, Thomas Küffner und Tilman v.Kuepach sieht das nicht unkritisch. Der Staat hat sich in früheren Zeiten auch in der DDR (von der Nazizeit ganz zu schweigen) massiv über seine Erziehungssozialisation eingemischt hat. Soweit, dass sich die Eltern gar nicht mehr getraut haben vor den Kindern eine andere Meinung zu haben, weil Kindermund oft die Wahrheit kund getan hat.

Und wer denkt eigentlich an die Kinder? War da nicht herrlich bei so einem Wetter den Schulranzen in die Ecke gefeuert zu haben und in der Natur jede Menge angestellt zu haben. Zusammen mit dem Handy werden Kinder nur mehr zu Konsumenten erzogen, ohne dass sie die Chance haben, sich allein und in anderen (Freundes-)kreisen zu entwickeln. Immer in der gleichen Schule oder Kindergarten bis abends ein Elternteil müde zum Umfallen die lieben Kleinen abholt, kann doch kein Ideal sein. Oder sehe ich das zu schwarz?

Man müsste einen Rechtsanspruch auf Großeltern gesetzlich festlegen.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

Ihr

Tilman v. Kuepach

 

Landshuter Mitte 
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