MORGENPOST – Landshut, Landeshut, Łańcut, Lanžhot

sind nicht verschiedene Schreibweisen unserer Stadt, sondern Orte, die wie unsere Stadt heißen.Wenn man am Hauptbahnhof Landshut ankommt, wird der geneigte Reisende mit dem Schild Landshut (Bay) Hbf begrüßt. Warum der Zusatz gemacht wird, der weder bei München oder Nürnberg auftaucht, die auch in Bayern belegen sind, erschließt sich nicht. Klar, dass meine Neugiersnase hier nicht locker ließ und siehe da ein Bahnchef ließ sich herbei mir Auskunft zu erteilen. Der Zusatz stammt aus der Zeit des Deutschen Reiches zu der es noch ein weiteres „Landeshut in Schlesien“ gab. Das heißt mittlerweile Kamienna Góra und ist polnisch. Die Unterscheidung ist aber heute noch wichtig, da man Fahrkarten trotz des neuen Namens nach Landeshut in Schlesien kaufen kann.

Es gibt also mindestens ein weiteres Landshut. Lassen Sie sich berichten.

Landeshut in Niederschlesien ist ein recht hübscher Fremdenverkehrsort in Reichweite der Schneekoppe, höchster Berg des Riesengebirges mit 1603 m. Ab 1945 wurden fast alle deutschstämmigen Bürger vertrieben. Die Neubürger wurden selbst aus den später sowjetisch gewordenen Gebieten Ostpolens nach Schlesien „umgesiedelt“. Die Stadt hat rund 20 000 Einwohner und wenn Sie ein polnisches Autokennzeichen sehen, das mit DKA beginnt, dann wissen Sie, dass es aus Landeshut kommt.

Lanžhot in Tschechien liegt ganz nahe an der niederösterreichischen Grenze und war bis 1920 als Landshut in Mähren österreichisch und hat auch so ungefähr 20 000 Einwohner.

Landshut in Oberösterreich ist eine Katastralgemeinde, was auch immer das ist, mit 165 Einwohnern.

Viel interessanter ist Łańcut (bitte beachten Sie, wie elegant die polnischen Zeichen hier eingebaut sind) im polnischen Karpatenvorland. Die Stadt ist als Landshut irgendwann um 1350 von deutschen Aussiedlern, den sog. Walddeutschen gegründet worden. Diese haben sich so peu à peu mit den einheimischen Polen so vermischt, dass schon lange kein „deutsch“ mehr vorhanden ist. Nur der Name blieb, der auch nie auf polnisch umgetauft wurde, wie Landeshut, sondern der nur eine polnische Schreibweise hat. Vor einiger Zeit hat mir ein Pole, der seit Jahren in Landshut wohnt, von einem speziellen polnischen Reiseunternehmen erzählt.

Man ruft eine deutsche Handynummer an und erklärt, dass man am so-und-so-vielten nach Łańcut fahren muss und wieder zurück. Kein Problem, ich werde zurückgerufen. Nach circa 2 Stunden ist es soweit, die Fahrt ganz gleich wohin nach Polen kostet 79,oo €. Sie werden gegen 4 Uhr morgen von Zu Hause abgeholt, so der Anrufer.

Und tatsächlich um Punkt 4h steht ein polnischer Kleinbus vor der Tür. Die Fahrt geht über 1100 km über Dresden, Breslau, Kattowitz nach Łańcut, also um die tschechische Republik herum. Trotz der weiteren Strecke ist den Polen unser östliches Nachbarland tief unsympathisch. Die Polizei würde nur auf Polen Jagd machen und so weiter. Manchmal muss ich umsteigen, manchmal werden Fahrgäste aufgelesen. Nach einem Tag stehe ich auf dem Marktplatz von Łańcut, das ebenfalls rund 20 000 Einwohner hat. Das Schloss gleichen Namens ist übrigens eines der bedeutendsten Bauwerke Polens. Der damalige Bürgermeister Stanisław Gwizdak amüsiert sich trefflich über die mühsame Anreise und erzählt, dass mindestens ein Drittel, mache sagen zwei Drittel, aller Männer zwischen 20 und 60 Jahren im Ausland arbeiten. Die Arbeitswelt Polens wird im Wesentlichen von Frauen erledigt und das ausgeklügelte Bussystem ist halt der Not geschuldet aus der eine Tugend gemacht wird.

Wir die Fraktion der Landshuter Mitte im Stadtrat aus Claudia Zehentbauer, Dr. Maria Fick, Hans-Peter Summer, Thomas Küffner und Tilman v.Kuepach wissen, dass die Polen in Landshut die zweitgrößte Ausländergruppe bilden, nach den Rumänen. Befragt man die Polizei nach Problemen mit dieser Gruppe unserer Bürger, hört man immer wieder nur, dass es hier keine Probleme gibt, im Gegensatz zu anderen Nationalitäten. Fleißig sind sie allemal unsere Polen.

Die Landshuter Mitte bleibt dran.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

Ihr

Tilman v. Kuepach

 

Landshuter Mitte 
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