MORGENPOST – Controlling

Wieder, ein fürchterliches anglizistisches Wortungetüm! Wie aber bei vielen derartigen Ausdrücken aus dem Amerikanischen beschreibt das Wort aber sehr präzise, viel präziser als im Deutschen das was damit gemeint ist.

Der Stadt Landshut, wie auch den anderen Städten, siehe Stuttgart 21, laufen im Baubereich die Kosten davon. Das liegt nicht nur an den steigenden Preisen, sondern vor allem daran, dass die Ausschreibungen lückenhaft sind und, dass die Nutzer nachträglich die diversesten Änderungswünsche hegen, die dann auch brav von den zuständigen Gremien abgenickt werden.

Es nimmt auch nicht wunder, dass die Firmen am Bau wahre Meister sind, Nachträge so zu komponieren, dass richtig Geld verdient wird. Es gibt zwar (Gott-sei-Dank) Baujuristen, die es gelernt haben das Nachtragsmanagement richtig zu handhaben, aber das kostet natürlich Geld.

Wir die Fraktion der Landshuter Mitte im Stadtrat aus Claudia Zehentbauer, Dr. Maria Fick, Hans-Peter Summer, Thomas Küffner und Tilman v.Kuepach fordern seit Jahren ein qualifiziertes Umgehen mit diesem Problem, wir fordern ein Controlling, das auch seinen Namen verdient.

Allein der Neubau der Berufsschule I hat um Millionen mehr gekostet, als ursprünglich veranschlagt. Das Eisstadion wird gerade umgebaut. Wir sind sicher, dass die dem Stadtrat genannte Summe locker getoppt wird. Landshut baut nach dem Investitionsplan ein paar Schulen neu, oder saniert andere grundhaft. Allein die neue Realschule soll 50 000 000,00 € kosten. Auch bei diesem Betrag wird es allen Beteuerungen zum Trotz nicht bleiben. Nur nebenbei sei angeführt, dass der Landkreis Dingolfing-Landau ein Gymnasium für 20 Mio gebaut hat, aber das darf man angeblich nicht vergleichen. Immer dann, wenn der Stadt oder die Kommune baut, wird es teurer, das ist wie ein Naturgesetz. Diese Gesetzmäßigkeit wird die LM aber knacken. Es muss möglich sein, die Nutzerwünsche so frühzeitig und abschließend und konsequent festzuschreiben, dass eben keine Änderung mehr möglich ist. Ferner müssen die Ausschreibenden angehalten werden, notfalls unter Strafgeldbann, so konkret wie möglich jede Bauleistung zu beschreiben. Klar sind manchmal Änderungen gerade im Umbau nie ganz zu vermeiden, aber sie müssen auf ein absolutes Minimum zurückgeführt werden. Dann muss die Stadt ein exzellentes Nachtragsmanagement aufstellen, so dass die Nachträge, die hoffentlich nur selten sind, mit Preisen vor Ihrer Ausführung versehen sind. Nachträglich, wie dies heute der Fall ist, kann nur schwer regulierend eingegriffen werden. Der Bundegerichtshof hat es den Unternehmern nämlich gestattet im Bereich der Nachträge viel „Kreativität“ walten zu lassen.

Die Unsicherheit in diesem Gebiet und eine sehr verzögerte Anweisung der Stadtkasse an die Handwerker haben auch dazu geführt, dass viele Handwerker gar nicht mehr für die Stadt arbeiten wollen. Viele Ausschreibungen der letzten Jahre brachten keinen Bieter, oder wenn dann einen, der schamloseste Preis angeboten hat, da er den Auftrag eben nur nahm, wenn der Preis ihn reich machte. Die Stadt München muss auch hier unser Vorbild werden. Die Stadt hat ein echtes Händchen für Ihre Leute. Die Handwerker arbeiten richtig gerne für München, auch zu den unmöglichsten Zeiten, wie Samstag nachts um am Tag die U-Bahn wieder fahren zu lassen. Viele Unternehmen aus Stadt und Landkreis Landshut sind hier zu Gange und des Lobes voll, wie die Mitarbeiter der Stadt München hier agieren. Das können Sie nachprüfen.

Wir fordern also neben einem funktionierenden Controlling auch Zahlungen an die Handwerker in den Fristen der VOB/B, das heißt in drei Wochen bei Abschlägen und bei der Schlussrechnung in vier Wochen. Landshut ersetzt gerne Wochen mit Monaten, das kann bei einer Nullzinszeit auch kein Schaden der Stadt sein. Pünktliche Zahlungen beflügeln aber alle Handwerker.

Die Landshuter Mitte bleibt dran.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche.

Ihr

Tilman v. Kuepach  

 

Landshuter Mitte 
Vorstand:
Prof. Dr. Thomas Küffner, 1. Vors.
Ulrike Aigner, 2. Vors.
Hans-Peter Summer, 3. Vors.
Herbert Lanzinger, Schatzmeister
Wolfgang Perzlmeier, Schriftführer   

Neustadt 532-533
84028 Landshut

info@landshuter-mitte.de

www.landshuter-mitte.de