MORGENPOST – Der 2. Weltkrieg vor 80 Jahren

Am 01.September begann der 2. Weltkrieg. Radio und Fernsehen sind voll davon und auch wenn wir die Gnade der späten Geburt zum großen Teil haben, da die meisten von uns den Krieg nicht mehr erleben mussten, wissen wir doch, dass ein großer Konsens der bundesrepublikanischen Gesellschaft ist, dass wir nie wieder Krieg wollen. Die Zahl der Kriegstoten allein, werden mit 60 bis 65.000.000 angegeben. Im Krieg gab es bei aller Brutalität der Nazischergen aber dennoch Menschlichkeit, über es sich zu berichten lohnt.

Der historische Verein für Niederbayern hält immer wieder interessante Vorträge und publiziert diese auch. Herr Dr. Dominik Reither, Moosburg hat am 23.10.2018 einen Vortrag über das Lager in Moosburg gehalten, das eines der größten Kriegsgefangenenlager des Deutschen Reiches, war. (Stalag VII A).

Es wurde nur drei Wochen nach Kriegsbeginn errichtet. Das Lager nahm ab dem 22.09.1939 die ersten Kriegsgefangenen auf. Im Hauptlager in Moosburg selbst und in zahlreichen angeschlossenen Außenlagern in ganz Südbayern waren zu Kriegsbeginn rund 10.000, gegen Kriegsende über 100.000 Gefangene untergebracht. Die meisten leisteten in Landwirtschaft und Industrie Zwangsarbeit. Für die vielen in Gefangenschaft geratenen Soldaten war das Hauptlager in Moosburg daher nur Durchgangsstation. Hier wurden sie registriert, medizinisch behandelt und dann auf Arbeitskommandos verteilt. Am 29.04.1945 befreiten amerikanische Truppen das Lager. Im Bereich von Stalag VII A starben etwa 1000 Gefangene – weit überwiegend sowjetische Soldaten, die vielfach bereits völlig entkräftet im Lager ankamen. Gerade was die sowjetischen Kriegsgefangenen anbelangt, weist das Lager aber eine menschliche Besonderheit auf. Die Lagerleitung und vorgesetzte Offiziere versuchten im Herbst/Winter 1941/42, die gezielte Tötung sowjetischer Gefangener durch Gestapo und SS zu verhindern, was für die Offiziere selbst lebensgefährlich war. Russen galten den Nazis als so minderwertig, dass ihnen jedes Recht auf Leben verwehrt wurde. Die Weigerung der Soldaten die Russen einfach umzubringen war ein reichsweit einzigartiger Vorgang. Außerdem wurde im Bereich des Stalag VII A die Brüderliche Zusammenarbeit der Kriegsgefangenen gegründet, die größte und bedeutendste Untergrundorganisation sowjetischer Gefangener im Reichsgebiet, die intensive Kontakte auch zu deutschen Widerstandsgruppen pflegte. Inwieweit die deutschen Bewacher des Stalag VII A in Moosburg zumindest Kenntnis davon hatten, ist bis dato ungeklärt. Neben so vielen entsetzlich grausamen Begebenheiten immerhin ein kleiner Funken der Menschlichkeit, der nicht vergessen werden soll.

Teile des Lagers sind heute noch zu sehen.

Am 29. April 1945 wurde das Lager von einer Einheit der 14. Panzerdivision der United States Army unter General Charles H. Karlstad befreit, wobei die Übergabe relativ geordnet und nahezu kampflos von statten ging. Die Brücke über die Isar wurde aber von der Wehrmacht verteidigt und noch gesprengt. Das Gelände wurde zu einem Internierungslager für deutsche Zivilisten umfunktioniert, die für ihre Tätigkeit während der Zeit des Nationalsozialismus zur Rechenschaft gezogen werden sollten; das „Civilian Internment Camp No. 6“. Zeitweilig waren bis zu 12.000 Deutsche auf dem Gelände in Haft. 1948 gab die US-Militärregierung das Lager auf und übertrug das Gelände an den Freistaat Bayern.

Er errichtete hier neue Wohnungen für zahlreiche Heimatvertriebene. Aus dieser Ansiedlung entstand ab 1948 der neue Moosburger Stadtteil Neustadt, so dass wenige Bauten noch an das Lager erinnern.  Drei verbliebene Baracken der Wachmannschaft wurden nach Abbruchplänen der Stadt Moosburg am 15. Februar 2013 in die Bayerische Denkmalliste aufgenommen.

Die Fraktion der Landshuter Mitte im Stadtrat, aus Claudia Zehentbauer, Dr. Maria Fick, Hans-Peter Summer, Dr. Thomas Küffner und Tilman v. Kuepach unterstützt die wehrhafte Demokratie. Wir müssen gerade nach den Wahlen in Sachsen und Brandenburg zeigen, dass wir unseren Staat nicht den Extremisten überlassen. Wir stehen dafür ein, dass Demokratie und Zivil-courage zusammengehören. Nur wenn die Bürger sich auch gege Widerstände für ihren Staat einsetzen, schaffen wir es, dass wir weitere 74  oder länger keinen Krieg haben.

Die Landshuter Mitte bleibt dran. 

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche.

Ihr

Tilman v. Kuepach

 

Landshuter Mitte 
Vorstand:
Prof. Dr. Thomas Küffner, 1. Vors.
Ulrike Aigner, 2. Vors.
Hans-Peter Summer, 3. Vors.
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