MORGENPOST – Viel Kultur um nichts

Am 21.09. und 22.09.2019 fand in Landshut wieder das Fest der Kulturen statt. Das bedeutet nach den Angaben des Veranstalters, dass ein vielfältiges Kulturprogramm, internationale Küche, Informationen von Organisationen und Vereinen im Integrationsbereich, ein buntes Programm im Kinderzelt, schlicht gute Laune zwischen den Kulturen, die es in einer Stadt gibt, erlebt werden konnte. Zwei Tage voller Begegnungen, Gespräche und buntes Miteinander im Herzen der niederbayerischen Hauptstadt.

Unser derzeitiger Oberbürgermeister hat in seiner launigen Eröffnungsrede dem Plural der Kulturen eine Absage erteilt und stattdessen postuliert, dass es nur eine Kultur unter Menschen gäbe. Das ist wohl zu kurz gedacht. In einer Stadt in der Menschen  aus 140 Ländern kommen, gibt es nicht eine Kultur, sondern eine Vielzahl von Kulturen, die sich, wie wir meinen auch wunderbar ergänzen können.

Die herrschende politische Doktrin war immer, dass Deutschland kein Einwanderungsland sei. Dazu passte, dass die Menschen, die zum Arbeiten nach Deutschland kamen, als Gastarbeiter bezeichnet wurden. Gäste sind Menschen, die halt nach ihrem Besuch auch wieder nach Hause fahren. Nur ganz allmählich dämmerte es in der Chefetage der hohen Politik, dass diese heile Welt des einen Volkes nicht funktionierte. In Bayern wurde 2005 das BayKiBiG erlassen, das Bayerische Gesetz zur Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern in entsprechenden Einrichtungen. Der Freistaat sah ein, dass die beste Integration in die Gesellschaft die gute Beherrschung der deutschen Sprache sei. Wer als fremdsprachiges Kind in einen Kindergarten kommt, kann heute darauf bauen, zum Übertritt in die Schule unsere Sprache so gut zu können, dass Sprache kein Problem in der Schule ist.

Was hat es nicht eine mühselige und unbrauchbare Diskussion über eine deutsche Leitkultur gegeben? Unnütz, die Kultur wird in erster Linie durch die Sprache definiert. Im 9. Jahrhundert sind wohl knapp eine halbe Million Menschen aus Westsibirien Richtung Westen marschiert und haben sich im Raum des heutigen Bulgarien und Ungarn festgesetzt. Bekanntermaßen haben die alten Bulgaren es geschafft Ihre slawische Sprache den Einwanderern zu vermitteln, während die Menschen des damaligen Ungarn die Sprache der Immigranten übernommen haben.

Wir, die Fraktion der Landshuter Mitte im Stadtrat, aus Claudia Zehentbauer, Dr. Maria Fick, Hans-Peter Summer, Dr. Thomas Küffner und Tilman v. Kuepach wollen vor allem unsere Landshuter Mitbürger auch politisch mitnehmen. Es ist völlig unschädlich, dass die Menschen auch aus anderen Regionen der Welt kommen, wer denn außer Zuwanderer stellt Pakete zu, wer denn pflegt unsere alten Menschen zuhause und wer denn arbeitet überwiegend auf dem Bau? Es werden trotz der Zuwanderung junger Menschen immer noch viel weniger Babys in Landshut zur Welt gebracht, als Menschen sterben. Entscheidend ist der gemeinsame Nenner der deutschen Sprache. Wir müssen alles daransetzen, dass gerade die Kinder die deutsche Sprache genauso können, wie ihre Landshuter Spielkameraden. Nur so können wir erreichen, nicht so wie die alten Ungarn zu enden.

Und machen wir uns nichts vor. Es wird – wenn eine Wirtschaftskrise kommt – dadurch nicht weniger Einwanderer geben, denn die Wirtschaftsstruktur hier um München herum, wird immer besser sein, als in abgelegeneren Regionen dieser Erde.

Nach der Eröffnungsrede kam ich in ein Gespräch mit einem Standbesitzer, der mir einen Döner zum Kosten anbot. Ich lehnte ab mit der Erklärung bald Kaffee zu trinken mit einem ganzen Blech Zwetschgendatschi. Der Gesprächspartner verdrehte voll Verzückung die Augen und schwärmte mir vor, dass der nur mit Hefeteig und ganz wenig Zimt, aber mit Zwetschgendeckung wie Dachziegel dicht an dicht ginge.

Stimmt, bayerischer Zwetschgendatschi ist nicht nur Kultur, sondern eine Philosophie. 

Die Landshuter Mitte bleibt hier dran.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche

Ihr

Tilman v. Kuepach

 

Landshuter Mitte 
Vorstand:
Prof. Dr. Thomas Küffner, 1. Vors.
Ulrike Aigner, 2. Vors.
Hans-Peter Summer, 3. Vors.
Herbert Lanzinger, Schatzmeister
Wolfgang Perzlmeier, Schriftführer 
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