MORGENPOST – Klimaschutz in Landshut

Greta Thunberg ist sicherlich eine Person an der sich die Geister scheiden. Für die Einen ist sie Messias und Heilsbringer, für die Anderen ein moderner weiblicher Michael Kohlhaas, der alles und jeden mit einem privaten Feldzug überzog.

Im Jahre 2018 war es Schweden drei Monate so heiß und trocken, wie nie zuvor in diesem Land. Am ersten Schultag, dem 20.08.2018  platzierte sie sich mit einem Schild mit der Aufschrift „Skolstrejk för klimatet“ („Schulstreik für das Klima“) vor dem Schwedischen Reichstag in Stockholm.[Zunächst agierte sie allein. Am ersten Tag berichteten mehrere schwedische Medien über Thunberg, Am nächsten Tag war Thunberg auf der Titelseite der Stockholmer Regionalausgabe von Dagens Nyheter, der größten Zeitung Schwedens abgebildet. Und die Geschichte nahm ihren Lauf. Sie haben sicherlich zumindest teilweise Ihre tränenerstickte Rede vor den Vereinten Nationen mitbekommen. Wir die ältere Generation hätten ihre Kindheit gestohlen, war wohl der heftigste und wohl nicht ganz überlegteste Satz, den sie formuliert hat.

Greta T. hat aber eine ganze Menge bewirkt, nicht nur, dass die Bundesregierung aus einem schlechten Gewissen heraus nahezu blitzartig, zumindest aus der Sicht der Regierung ein  Klimaschutzgesetz aufgelegt hat. Nein, viel wichtiger ist wohl, dass die Jugend sich wieder auf Politik besinnt und merkt, dass Politik auch nur dann etwas bewegt, wenn man sich engagiert. Meine Mutter hat immer gesagt, wer nicht will, hat schon, was letztlich bedeutet, dass man entweder versucht zu bestimmen oder es wird über einen bestimmt.

Wir die Fraktion der Landshuter Mitte im Stadtrat, aus Claudia Zehentbauer, Dr. Maria Fick, Hans-Peter Summer, Dr. Thomas Küffner und Tilman v. Kuepach sind sicherlich nicht die Fans eines Schulstreikes an einem Freitag. Bildung ist viel zu wichtig, als dass sie auf dem Altar eines (vermeintlich) guten Zweckes geopfert werden kann. Wir setzen uns aber schon viel länger als greta für den Klimaschutz in Landshut ein. Wir halten gar nichts davon Steinzeitparolen auszugeben und den Menschen vorzuschreiben, nicht mehr in den Urlaub zu fliegen oder im Winter nicht mehr zu heizen. Unser Wirtschaftssystem und das Überleben der Deutschen hängen vom Verbrauch von Öl und Gas in erheblichen Umfang ab. Das kann nicht von heute auf morgen auf Null gestellt werden. Die Volkswirtschaft eines Landes ist einem langen Güterzug vergleichbar, der mit hoher Geschwindigkeit durch das Land braust. Den Zug zu stoppen, bedarf eines langen Bremsweges. Aber im kommunalen  Bereich, können wir sorgen, dass neue Busse nicht mehr Dieselgetrieben angeschafft werden sollen, dass viele Bäume, die groß und Kälte spenden gepflanzt werden und vor allem wir selbst müssen mit unserem Konsum bewusster umgehen. Muss der Rahm in Plastikbecher gefüllt sein, oder das Mineralwasser? Kann ich nicht die kurze Strecke mit dem Rad fahren, oder muss es das Auto sein?

Wenn wir die vergangenen 60 Morgenpostausgaben ansehen und vielleicht noch einmal lesen, zieht sich unser Appell an den Klimaschutz eigentlich durch alle Nummern, ganz ohne Greta.

Die Landshuter Mitte bleibt hier dran.

 

Ich wünsche Ihnen ein schöne Woche.

Ihr

Tilman v. Kuepach

 

Landshuter Mitte 
Vorstand:
Prof. Dr. Thomas Küffner, 1. Vors.
Ulrike Aigner, 2. Vors.
Hans-Peter Summer, 3. Vors.
Herbert Lanzinger, Schatzmeister
Wolfgang Perzlmeier, Schriftführer 
Neustadt 532-533
84028 Landshut
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