MORGENPOST – Tourismus in und um Landshut

In den Buchläden biegen sich die Regale mit Hochglanzbücher über Landshut und die Landshuter Hochzeit. Reiseführer, die diesen Namen verdienen, gibt es fast keinen, mit einer Ausnahme. Renate Just hat im Jahre 2007 in der Reihe „Krumme Touren, Reisen in die Nähe“ den dritten Band über Niederbayern geschrieben. Das Buch mit 364 Seiten, befasst sich zu über einem Drittel ausschließlich mit unserer Stadt Landshut. So sind es in dem Buch die wild-verrückten Brentanos mit ihren schrecklichen Landshuter Eheszenen, die dem Begriff „Rosenkrieg“ eine völlig neue Dimension eröffnen, aber auch der tolle und großartige Wiener Autor Heimito von Doderer, der in Landshut so ganz unkenntlich lebte: als kleinbürgerlicher Pantoffelheld, mickrig und ganz und gar nicht ansehenswert. Und auch Hans Carossa, der Landarzt kommt zu neuer Beachtung, wie auch Alfred Kerr, den heute leider fast keiner mehr kennt, will nur in Landshut 115 Jahre alt werden. Renate Just ist schier verliebt in Landshut und das sind alle, die Landshut näher kennen. Denken Sie doch an die jüngst verstorbene Mirjam Pressler.

Dennoch vermögen wir es nicht, Landshut, als Marke zu verkaufen. Der Leiter des Tourismusverbandes spricht zwar von einem Millionenumsatz den Tagestouristen in der Stadt lassen, aber die kommen und gehen an einem Tag, wenn denn die Zahlen nicht auch bloß geschönt sind. Nachweisen kann den Umsatz niemand. Und die Hotels, trotzdem so viele gebaut wurden, sind unter der Woche voll. Am Wochenende, wenn die Monteure und gewerblichen Kunden zu Hause sind, herrscht in den Beherbergungsbetrieben gähnende Leere. Landshut muss nicht neu erfunden werden, Landshut steht für sich selber, Landshut ist aber ein „hidden champion“ ein im Verborgenen blühenden Pflänzchen, das viel viel besser herausgestellt werden muss.

Tourismus nur mit einer mittelgroßen Stadt, wie Landshut wird nicht alleine funktionieren. Die Nachbarlandkreise müssen auch besser eingebunden werden, als dies der Fall ist. Es gibt zwar in Regensburg das Büro “Ostbayerntourismus“, aber ich empfinde hier die Aufteilung Niederbayern in Bayerischen Wald und die Golf- und Thermenregion, in der Landshut ein Mauerblümchendasein fristet, da von Golfen und Thermen wohl nicht die Rede ist, als Frechheit.

Und es besteht immer die große Gefahr, dass Landshut sich auch mit seinen prägenden Bauten immer mehr ins Indifferente und Langweilige abgleitet, da fast alles was beantragt, auch genehmigt wird. Wie vielfältig waren die Dörfer im Landkreis, als ich in den 60er Jahren nach Niederbayern gekommen bin.

Ich möchte Ihnen aus dem Buch von Renate Just (Seite 92f) auch eine harsche Kritik zum Landkreis Landshut nicht vorenthalten:

Die Landschaft des Landkreises Landshut ist in weiten Teilen eine eher langweilige, da gibt’s kein Vertun. Ich habe mich wahrlich über 16 Jahre, die ich in der Nähe lebe, bemüht, ihr einigen Liebreiz abzugewinnen. Aber sie bleibt eine sachliche Agrar- und Nutzlandschaft, viel Mais zwischen dem flachhügligen Grünland, wenig erfreuliche Fernblicke und die praktisch modernisierten Dörfer sind alle miteinander keine Augenweide. Man sollte das nicht beschönigen, es gibt einfach Landschafts- und Siedlungsformen, die aufs Gemüt gehen und eine Augenlust sind – und solche, die für ihre Bewohner durchaus alltagstauglich und meinetwegen auch herzerwärmend sein mögen, den Reisenden aber etwas gleichgültig weiterziehen lassen … die dörflichen Häuser mit dem früher üblichen sparsamen Rauhputzdekor, die hölzernen Vierseithöfe gar, sind bis auf herausstechende Einzelexemplare flächendeckend eliminiert.

Ganz schön böse, aber in der Reihe: „111 Orte in Niederbayern die man gesehen haben muss“, sind 10 Objekte von Landshut genannt und viele Häuser abgebildet. Aus dem Landkreis mit 6 Objekten lediglich ein Haus in Rottenburg a.L., sonst nur Museen oder Freiflächen.

Und das stimmt nicht, aber der Landkreis ist wahrscheinlich noch viel schlechter touristisch vermarktet, als die Stadt. Kennt denn keiner die Fresken in Berghofen, die Vielzahl der romanischen Kirchen um Vilsbiburg und die Glasfenster in Jenkofen, um nur ein paar Beispiele zu geben.

Wir die Fraktion der Landshuter Mitte im Stadtrat, aus Claudia Zehentbauer, Dr. Maria Fick, Hans-Peter Summer, Dr. Thomas Küffner und Tilman v. Kuepach haben ein Marketingkonzept vorbereitet, das als Flyer im Wahlkampf  verteilt wird. Es bedarf darüber hinaus auch gemeinsamer Anstrengungen mit dem Handel und der Gastronomie das Produkt „Landshut“ auch viel besser zu positionieren, als dies heute der Fall ist. Und der Landkreis gehört dazu, weil einer allein auf völlig verlorenem Posten stünde.

Die Landshuter Mitte bleibt hier dran.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

Ihr

Tilman v. Kuepach

 

Landshuter Mitte 
Vorstand:
Prof. Dr. Thomas Küffner, 1. Vors.
Ulrike Aigner, 2. Vors.
Hans-Peter Summer, 3. Vors.
Herbert Lanzinger, Schatzmeister
Wolfgang Perzlmeier, Schriftführer 
Neustadt 532-533
84028 Landshut
info@landshuter-mitte.de