MORGENPOST – Mäzene und Sponsoren braucht die Stadt

Die alten Römer waren bekanntlich ein sehr skeptisches Volk. Sie hatten eine Vielzahl von Göttern, die sämtlich mit sehr menschlichen Zügen ausgestattet waren. Denkt man nur an Jupiter, dann war dieser Obergott ganz klar eine Wunschvorstellung vieler Männer auch so sein zu dürfen, so hemmungslos und so lustorientiert. Mit den weltlichen Freuden konnten es die Römer mit den Göttern oft aufnehmen, aber nach der irdischen Zeit bot Ihnen die Göttertruppe nur ein äußerst unfreundliches und bitteres Fristen im Orkus. Da die Welt nur diesseitig war, haben die Römer sehr viel unternommen sich für die Nachwelt unvergesslich zu machen. Bekanntester Name des Menschen, der sein Vermögen der Öffentlichkeit zur Verfügung stellte, war Gaius Maecenas. Heute noch wird ein solch freigiebiger Zeitgenosse nach ihm, Mäzen genannt.

In Baden-Württemberg gibt es nun eine ganze Reihe bekannter Mäzene. Bekannt ist Siegfried Weishaupt, der mit seiner Firma zu den Weltmarktführern in der Feuerungstechnik gehört. Herr Weishaupt hat der Stadt Ulm 10 Millionen € gespendet, um die Kunsthalle in der neuen Mitte zu erbauen. Noch mehr Geld hat Reinhold Würth – ja der, der Schrauben herstellt – in Schwäbisch Hall in seine Kunsthalle und in die Johanniter Kirche investiert. Und Dieter Schwarz, der Discounterkönig hat gar 100 Millionen € in Heilbronn in den Campus der TU München investiert. Heilbronn ist jetzt Unistadt mit einer Exzellenzuniversität aufgrund privater Spende. Die USA, die ja irgendwie das diesseitige Leben der alten Römer wohl am besten kopieren, ist so ein Mäzenatentum gang und gäbe. Es gehört zum guten Ton, seine Dankbarkeit der Gesellschaft durch üppige Geldspenden  deutlich zum Ausdruck zu bringen.

Auch in Landshut wohnen reiche, sehr reiche Leute. Angeblich haben wir einen Mitbürger, der zu den zehn Vermögendsten der Republik zählt. Wir brauchen für die Stadt dringend Mäzene und Sponsoren à la Baden-Württemberg. Was liegt auch dran, sie für wirklich große Spenden beispielsweise mit einem Straßennamen zu ehren. Wir die Mitglieder der Fraktion der Landshuter Mitte aus Claudia Zehentbauer, Dr. Maria Fick, Hans-Peter Summer, Dr. Thomas Küffner und Tilman v.Kuepach könnten uns gut vorstellen, dass in einem neuen Wohngebiet anstelle der sattsam üblichen Blumen oder Berge, auch anstelle toter Dichter, Straßen nach lebenden Mäzenen benannt werden.

Ein kleines Pflänzchen dieses Liebesdienstes in Gelddingen haben wir zum Beispiel mit den Theaterfreunden und den Freunden des Stadtmuseums. Solch altruistische Mitbürger wollen aber gehegt und gepflegt werden, was in der Stadt Landshut aber als Fremdwort gilt. So werden Spendentöpfe auch für Inszenierungen umgewidmet oder der Weiterbau des Museums kalt auf Eis gelegt. Wer mag für fehlgeleitetes Geld gutes Geld nachlegen?

Wir erheben die klare Forderung die Kultur des Mäzenatentums in Landshut offensiv durch einen entsprechenden Kümmerer auszubauen. Dieser Abgesandte der Stadt darf sich auch nicht zu schön sein, Betteltouren zu unternehmen, aber auch wie oben skizziert Dankbarkeit der Stadt auch zu versprechen.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

Ihr

Tilman v. Kuepach

 

Landshuter Mitte
Vorstand:
Prof. Dr. Thomas Küffner, 1. Vors.
Ulrike Aigner, 2. Vors.
Hans-Peter Summer, 3. Vors.
Herbert Lanzinger, Schatzmeister
Wolfgang Perzlmeier, Schriftführer
Neustadt 532-533
84028 Landshut
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