MORGENPOST – Wasser

Wasser ist das wichtigste Lebensmittel und so sei ihm die Morgenpost Nr.77 gewidmet. Die Sommer werden heißer, die Niederschläge nehmen ab und da stellt sich schon die Frage, ob die Stadt auch in Zukunft über genügend Trinkwasser verfügt. Wie ist es um die Qualität des Wassers bestellt? Wir versuchen eine Antwort zu geben.

Die Versorgung der Menschen mit Trinkwasser ist (noch) eine Aufgabe der Kommunen, wenn auch große Konzerne danach gieren die Wasserversorgung in die Finger zu bekommen. Speziell in Afrika, dort wo das Wasser knapp ist, ist ihnen das auch teilweise gelungen mit horrenden Preissteigerungen für die Bevölkerung. Wir die Mitglieder der Fraktion der Landshuter Mitte aus Claudia Zehentbauer, Dr. Maria Fick, Hans-Peter Summer, Dr. Thomas Küffner und Tilman v.Kuepach plädieren eindeutig dafür, die Wasserverssorgung bei den Stadtwerken zu belassen. Wir sind dabei in der Vergangenheit damit gut gefahren und werden auch weiterhin von den Stadtwerken gut versorgt.

Die Wasserversorgung in Landshut ist keine Erfindung der Neuzeit, sondern reicht weit in die Geschichte der Stadt zurück. Was heute Bauzunfthaus ist, war früher die Brunnstube der Stadt. Dort musste das Wasser abgeholt werden. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde vom heutigen Bauzunftshaus eine Wasserleitung gelegt, an die laut Theodor Herzogs Buch über Landshut im 19. Jahrhundert „51 hauptsächlich öffentliche Gebäude angeschlossen waren“. Am Ochsenbuckel an der Münchner Straße, parallel zur heutigen B 11 entstand dann das erste Wasserwerk. 1873 gab es den ersten Rammbrunnen in der Stadt, der so erfolgreich war, dass bald weitere folgten. Die Stadt kaufte dann das Schanz‘sche Sägewerk an der großen Isar, um dort einen Brunnenschacht zu graben. Das Schanzanwesen befand sich seinerzeit zwischen der heutigen Compiegne-Brücke und dem Maxwehr. 1875 gab es weitere Brunnengrabungsversuche am Ochsenbuckel. Dort entstand die Basis für das erste städtische Wasserwerk. Es war 1887, als die Ära der kommunalen Wasserversorgung in Landshut begann. Eröffnet wurde das Pumpwerk am 12. Oktober 1887, inklusive einer „glänzenden Übung“ der Feuerwehr, wie es in der Stadtchronik heißt. Das Rohrnetz war zu Beginn gut 35 Kilometer lang, das Wasser wurde durch zwei Brunnen entnommen, die 6,6 und 7,2 Meter tief waren, die Pumpen wurden von Dampfturbinen betrieben. Diese Dampfpumpe wurde 1934 zugunsten des elektrischen Pumpenbetriebs endgültig stillgelegt. Im Jahr 1911 wurde das Wasserwerk umfangreich und gründlich erneuert: Es kamen acht Brunnen hinzu, wodurch die geförderte Wassermenge eine Versorgung von bis zu 50.000 Bürger gewährleisten sollte. Und bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs reichte diese Anlage für die Einwohner der Stadt auch vollkommen aus. im Juli 1952 ging das Pumpwerk Siebensee in Dauerbetrieb. Und in Betrieb ist es bis in die Gegenwart: Heute fördert es Wasser aus vier Brunnen, einem Horizontalfilterbrunnen und drei Vertikalbrunnen. Der alte Standort am Schlossberg dient als Reserve-Pumpwerk. Das Wassernetz ist heute 321 km lang. Die Hochbehälter auf dem Hofberg, dem Annaberg und dem Moniberg stehen heute als Wahrzeichen noch. Aber deren Fassungsvermögen wurde als zu gering angesehen. In den 60er Jahren wurde deshalb der Bau eines neuen beschlossen. Im Jahr 1965 war Baubeginn des neuen Wasserbehälters auf dem Birkenberg mit einem Fassungsvermögen von 16.000 Kubikmetern Wasser, drei Jahre später war er fertig und wurde in Betrieb genommen. Er garantiert dafür, dass die Stadt im schlimmsten Fall bei gleichbleibendem Verbrauch einen Tag mit Wasser versorgt werden könnte. Und Wasser ist auch in Dürrezeiten genügend da.

Die Qualität unseres Wassers ist einwandfrei. Jedes Jahr erhalten Sie mit der Rechnung einen Nachweis über die Mineralien, die es enthält und über die Schadstoffe. So wissen Sie, dass anders als im Landkreis, die Gefahr des Nitrateintrages durch die Landwirtschaft sehr sehr gering ist. Die Stadtwerke haben um die Brunnen rund 80 Hektar gekauft oder gepachtet und an Ökolandwirte zurückverpachtet. Wir haben die Stadtwerke auch noch auf Schadstoffe, wie Atrazin befragt, die nicht auf dem jährlichen Zettel stehen. Der Befund <0,00002 mg/l, liegt also weit unter dem Grenzwert.

In Zukunft werden aber immer mehr Werte sozusagen erfunden, die einzuhalten sind, wie zum Beispiel zu Antibiotika. Auch werden wir die Fassungen der Brunnen über kurz oder lang neu herrichten müssen. Die Stadtwerke haben aber immer, bevor Auflagen gesetzt wurden im vorauslaufenden Gehorsam die entsprechenden Maßnahmen eingeleitet. So wird seit März 2003 das Wasser an den Entnahmebrunnen mit UV-Licht bestrahlt. Das garantiert, dass das Trinkwasser frei von Keimen, Bakterien, Viren und Pilzen ist. Es werden dem Trinkwasser auch keine chemischen Stoffe wie bei einer Chlorung zugesetzt. Damit Wasser ein gesundes Nahrungsmittel und ein Glücksfall bleibt.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche. 

Ihr

Tilman v. Kuepach

 

Landshuter Mitte
Vorstand:
Prof. Dr. Thomas Küffner, 1. Vors.
Ulrike Aigner, 2. Vors.
Hans-Peter Summer, 3. Vors.
Herbert Lanzinger, Schatzmeister
Wolfgang Perzlmeier, Schriftführer
Neustadt 532-533
84028 Landshut
info@landshuter-mitte.de