MORGENPOST – Die Maria und Fritz Koenig Stiftung

Die Luft, oder die Natur, oder die Menschen in und um Landshut müssen mehr als nur inspiratorisch sein. In keiner Gegend, wie um Landshut, gibt es seit alters her so viele weltbekannte Bildhauer. Hans Leinberger, Christian Jorhan, Michael Sailstorfer, Karl Reidel, Franz Weickmann und vor allem auch Fritz Koenig.

Es war ein Kraftakt der Stadt, mit diesem sicher sehr schwierigen Künstler geschäftlich zu Recht zu kommen, und doch gelang es dem damaligen Landshuter Oberbürgermeister Deimer, den Eheleuten Koenig ein Geschäft schmackhaft zu machen, das für die Seite der Stadt und für das Ehepaar Koenig eine win-win Situation ergab. Die Stadt erbaute im Hofberg das Skulpturenmuseum und stellte es für „seine“ Werke zur Verfügung, andererseits wurde letztlich die ganze Habe, auch das Haus auf dem Ganslberg in eine Stiftung eingebracht, zum Nutzen und zum Frommen auch der Stadt Landshut.

1996 wurde der Stiftungsvorstand mit der Erstellung eines Nutzungskonzepts beauftragt. Das beinhaltet auch die Entscheidung, welche Künstler und Werke neben Koenig ausgestellt werden. Infolge wurden alle Aktivitäten der Stiftung innerhalb und außerhalb des Skulpturenmuseums im  Stiftungsvorstand behandelt, beschlossen und turnusmäßig im Kultursenat der Stadt Landshut vorgestellt und die notwendige Zustimmung eingeholt, so das ehemalige Mitglied Ute Kubatschka.

Fritz Koenig ist im Jahre 2017 gestorben, er war noch Vorstandsvorsitzender seiner Stiftung und er kam mit der Leiterin des Skulpturenmuseum  auch gut aus. Als Nachfolger des verstorbenen Künstlers wurde 2017 der neue OB Putz bestimmt, der dann bekanntlich auch im Museum kurzen Prozess machte. Entgegen seiner Ankündigung zwar den Leiter der städtischen Museen als Vorgesetzten über Frau Weinmayr zu setzen, um Synergien, ein schönes Hilfswort um Hilflosigkeit zu kaschieren, zu gewinnen. Es kam allerdings anders und seit dieser Zeit ist nicht nur die Stimmung vergiftet, sondern in der Causa Koenig tut sich nichts mehr.

Wir die Mitglieder der Fraktion der Landshuter Mitte aus Claudia Zehentbauer, Dr. Maria Fick, Hans-Peter Summer, Dr. Thomas Küffner und Tilman v.Kuepach sehen mit düsterem Blick, dass der Künstler Fritz Koenig massiv abgewertet wird. Heute ist ein Künstler letztlich in der öffentlichen Wahrnehmung nur dann werthaltig, wenn er offensiv vermarktet wird. Sie kennen den Spruch, dass das aus dem Auge verschwindet, was aus dem Sinn geht und der Künstler Fritz Koenig geht aus dem Sinn der Menschen. Viele gute Leute gibt es, die sagenhaft gute Werke produzieren. Mangels Wahrnehmung der Öffentlichkeit fristen sie ein Nischendasein. Fritz Koenig war aber international bekannt und insofern galt er etwas. Der Bau des Skulpturenmuseum war seitens der Stadt nicht uneigennützig, sondern sollte eine echte touristische Attraktion werden (Zum Beispiel angeboten auch von einem Behinderten Club aus München https://www.cbf-muenchen.de/club-post-blog/archiv/82-2011-01-januar/520-skulpturenmuseum-landshut). Tatsächlich stiegen nur die Aufwendungen für das Museum von 30 000,- auf 148 000,- pro Jahr, nicht aber die Besucherzahlen. Diese sind erbärmlich niedrig.

Und die Afrikasammlung dümpelt in einem Haus in der Neustadt und fristet ein unbeachtetes Dasein. Für das Haus bezahlt die Stadt der Stiftung auch noch Miete. Für das Objekt “Ganslberg“ gibt es zahlreiche Vorschläge, auch von Studenten, die im Februar gleich einen ganzes Strauß von Vorschlägen präsentierten. Der Freistaat Bayern war ganz angetan und versprach einen 50 %-prozentigen Zuschuss zu einer Machbarkeitsstudie, seitdem ist aber ebenfalls wieder Sendepause.

Wir fordern, dass die Stiftung, aber auch die Organisation um Fritz Koenig neu aufgestellt werden muss. Stiftung und Stadt müssen gemeinsam zu einem Gesamtkonzept kommen, auch um festzulegen, was denn im Koenigmuseum an anderen Künstlern auszustellen möglich ist. Leider ist es trotzdem Stiftung und Stadt vom gleichen Menschen geleitet werden bis dato in dieser Sache nur Fehlanzeige zu vermelden.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

Ihr

Tilman v. Kuepach

 

Landshuter Mitte
Vorstand:
Prof. Dr. Thomas Küffner, 1. Vors.
Ulrike Aigner, 2. Vors.
Hans-Peter Summer, 3. Vors.
Herbert Lanzinger, Schatzmeister
Wolfgang Perzlmeier, Schriftführer
Neustadt 532-533
84028 Landshut
info@landshuter-mitte.de