MORGENPOST – Die „rechte“ Gesinnung in Landshut

Von 1933 bis 1945 war Landshut keine Ausnahme. Zwei der schlimmsten Nazischergen waren  zwar keine gebürtigen Landshuter. Sie hatten als Zuwanderer aber erheblichen Einfluss auf die Geschichte.

Kurz die Begegnungen der Herren Straßer und Himmler mit Landshut. Die Zitate stammen aus Wikipedia und aus dem Aufsatz unserer Gabi Goderbauer aus dem Band zum 800. Gründungstag der Stadt Landshut

In Landshut wurde der 5. Ortsverband der NSDAP überhaupt gegründet. Maßgeblich beteiligt war Gregor Straßer, der in der Partei die Mitgliedsnummer 9 innehatte. Es ist davon auszugehen, dass er im März 1921 Adolf Hitlers Auftritt in Landshut erlebte. Als freier Mitarbeiter bei den beiden örtlichen Tageszeitungen, dem “Kurier für Niederbayern” und der “Landshuter Zeitung”, sowie beim NSDAP-Organ, dem “Völkischen Beobachter”, machte er sich einen Namen. Im November 1922 bereits stellvertretender Vorsitzender der Landshuter NSDAP, übernahm er im Januar 1923 die Leitung der Landshuter SA. Es begann – durch Straßers Organisations- und Redetalent – die Hoch-Zeit der SA in Landshut, und Straßer baute sie zum “Sturmbataillon Niederbayern” aus.

Heinrich Himmler wuchs in bürgerlichen geordneten Verhältnissen in der Amalienstraße 16 im Münchner Stadtteil Maxvorstadt auf. Er besuchte das humanistische Wilhelmsgymnasium München bis zu seinem 13. Lebensjahr. Danach zog die Familie nach Landshut, wo er seine Gymnasialzeit auf dem Humanistischen Gymnasium Landshut, dem heutigen Hans-Carossa-Gymnasium, fortsetzte und 1919 mit dem Abitur abschloss. Pflichtschuldigst wurde ab 1933 das heutige Carossa Gymnasium nach Himmler umbenannt, wie auch der Dreifaltigkeitsplatz bis 1945 Adolf-Hitler-Platz hieß.

Nach 1945 haben die Menschen in Landshut gehofft, dass die braune Zeit endgültig erledigt sei. Weit gefehlt, eine neue rechte Partei tritt auch zur Kommunalwahl in unserer Stadt an. Und es dürfte nicht viele Menschen geben, die dieser Gruppierung nicht zutrauen, auch in den Landshuter Stadtrat zu kommen. Was ist eigentlich der Grund, dass so viele Menschen diese Partei als echte Alternative sehen?

Wir, die Mitglieder der Fraktion der Landshuter Mitte aus Claudia Zehentbauer, Dr. Maria Fick, Hans-Peter Summer, Dr. Thomas Küffner und Tilman v.Kuepach, meinen, dass zwei Gründe für das Erstarken verantwortlich sind. Wir glauben, dass die Anzahl der Rechtsradikalen nicht mehr geworden sind, aber die Verbreitung im Netz und den sozialen Medien äußerst geschickt ausgenützt wird. Während früher diese Gruppierung allenfalls im Dunstkreis eines Stammtisches Verbreitung fand und hier auch von echten Menschen Paroli geboten werden konnte, ist das Internet eine ideale Brutstätte für absonderliche Theorien aller Art. Keiner überwacht das Netz und keiner regt so groß über den allgemein verbreiteten Schmutz auf, der da wabert.

Genauso wichtig ist auch, dass beispielsweise die gute CSU auch nicht mehr das beherzigt, was ihr großer Vorsitzender postuliert hat, wonach es keine demokratisch legitimierte Partei rechts von der CSU geben dürfte. CSU/CDU und SPD haben nahezu keine politischen Unterschiede mehr. Sie überlegen sich krampfhaft, welche Ansprüche die Bürger dem Staat gegenüber haben könnten und überbieten sich Gerechtigkeitslücken in der Gesellschaft zu suchen. Wenn Menschen ab 65 Jahren gerne und häufig arbeiten wollen, wird hier die Zahl der arbeitenden Senioren gleich anklagend zur Rentnerarmut hochstilisiert. Klar, gibt es Rentnerarmut und Gerechtigkeitslücken, aber keine vernünftige Politik diese kostenneutral für den Rest der Bevölkerung zu beseitigen. Die einen schaffen den Soli nur für einen Teil der Steuerzahler ab, nämlich für die, die ohnehin fast keine oder nur wenig Steuern bezahlen, wohl wissend, dass dies verfassungswidrig sein dürfte, aber wieder einen neuen Keil in die Gesellschaft treibt und die anderen sind zu blöd das Wahlversprechen einzulösen, eine gerechte Maut auf deutschen Straßen einzuführen. Und diese Liste können Sie nach Belieben bis ultimo verlängern.

Wir müssen wieder Demokratie leben, wie sie ursprünglich im Grundgesetz eingefordert wurde. Demokratie bedeutet, dass eben nicht die Mehrheit so einfach gewinnt, sondern alle Menschen mitgenommen werden müssen. Und wir stehen vor Herausforderungen, wie sie noch nie da waren. Künstliche Intelligenz wird uns die Arbeit befehlen, und uns vorgeben, wie und wann wir wohin fahren können. Und der Strom der Migranten, ja Wirtschaftsflüchtlinge kann Europa überfluten, wenn uns nicht bald etwas einfällt den Menschen in ihrer Heimat ein vernünftiges Leben zu gewährleisten. Der Umbau der Gesellschaft zu einem klimaneutralen Leben wird Unsummen verschlingen und kann nicht funktionieren, wenn wir als Bürger nicht dahinterstehen.

Und es wird immer wichtiger, allen Menschen die Politik, die eine Gruppierung machen willen, zu erklären, zu erklären, nochmals zu erklären und dafür Werbung zu machen. Und die oben angesprochene „Alternative“ ist kein Alternative, sondern nur ein Verein, der populistisch Gegenpositionen aufbaut. Und da ist Landshut schon ein kleiner Lichtblick. Die Freunde haben es noch nicht einmal geschafft, eine ganze Liste mit 44 Kandidaten aufzustellen. Sie treten mit einer Mindestanzahl von 15 Leuten an. Ihre politische Aussage, die bis dato zu vernehmen war, gipfelt in der Forderung, kein städtisches Eigentum zu verkaufen. Bravo, das fordern wir auch, nur wie der Haushalt zu finanzieren ist, ohne Verkäufe zu tätigen, dazu schweigen sie sich aus. Warum? Weil sie keine Ideen haben.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche.

Ihr

Tilman v. Kuepach

 

Landshuter Mitte
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