Der Moserbräu – eine Geschichte mit Happyend?

Die Fraktion der Landshuter Mitte hat sich am 18.o6.18 zu ihrer routinemäßigen Fraktionssitzung getroffen. Frau Dr. Maria Fick, Claudia Zehentbauer, Prof. Dr. Küffner, Hans-Peter Summer und Tilman v. Kuepach haben sich über die insgesamt 32 Tagesordnungspunkte des Bausenats vom Freitag, 22.o6.18, ausgetauscht.

Zwei Themen standen im Vordergrund.

Nämlich eine kombinierte bau- und denkmalschutzrechtliche Genehmigung für den Moserbräu. Der Eigentümer hat jetzt Abstand davon genommen das Objekt abzubrechen und einen Neubau zu errichten. Ein nahezu genialer Entwurf eines Regensburger Architekten wertet das Vordergebäude stark auf, so dass auch der Dachraum ohne Öffnungen genutzt werden kann. Die wesentliche historische Substanz des gotischen Gebäudes in der klassizistischen Überarbeitung mit den drei Abwendungen in der Fassade bleibt erhalten. Auch gelungen ist nach dem Dafürhalten der Landshuter Mitte der geschaffene Hofbereich. Hier soll analog zu dem in Landshut häufig verwandten Ziegelmaterial (siehe Martinskirche) Läden geschaffen werden und ein Durchgangsbereich mit guter Aufenthaltsqualität. Etwas skeptisch sieht die Landshuter Mitte die rückwärtige Bebauung in den Burgberg. Weiter als das „Salettl“ auf dem Nachbargrundstück sollen hier Terrassenwohnungen in den Burgberg getrieben werden. Ferner soll, erreichbar vom Dreifaltigkeitsplatz, außerdem eine sehr große Tiefgarage geschaffen werden, was zur Folge hat, dass hier massivst in den Burgberg eingegriffen wird, der allerdings nachträglich renaturiert wird. Die Vorlage der Stadtverwaltung geht dahin, auch diesen Eingriff in den Burgberg zu akzeptieren, da sich die Denkmalschutzbehörde mit dem Eingriff einverstanden erklärt hat. Die Verwaltung übersieht in diesem Zusammenhang allerdings geflissentlich, dass sich der Gestaltungsbeirat massiv gegen einen derartigen Eingriff ausgesprochen hat und auch, dass die Stellungnahme des Landesdenkmalamtes aus einer Zeit stammt, als mit dem Abriss des Vordergebäudes gedroht wurde.
Wir werden sehen, ob in der Bausenatssitzung nicht ein Kompromiss möglich ist.

Ein weiterer Schwerpunkt des Bausenates liegt in der Vorstellung des Konzeptentwurfes für den Bebauungsplan „Gewerbe- und Industriegebiet Nord“. Der Konzeptentwurf wird vielfach auch als Einzelhandelsentwicklungskonzept für das Industriegebiet bezeichnet. Hier hat der Bausenat im Jahre 2o16 beschlossen, ein Gutachten in Auftrag zu geben, das sich mit den Wechselwirkungen Verkauf von einzelhandelsrelevanten Gegenständen befasst. Hier sollen die Wechselwirkungen auf den Handel in der Innenstadt untersucht werden, wenn derartig zentrenrelevante Produkte außerhalb der Kernstadt, z. B. im Industriegebiet Nord oder im Landshuter Westen, veräußert werden. Dieses Gutachten lag pikanterweise dem Verwaltungsgericht Regensburg am o6.o3.2o18 bereits vor. Die Stadträte werden jetzt mit diesem Gutachten und einer Verwaltungsvorlage erst Monate nach diesem Urteil vom Gutachten in Kenntnis gesetzt. Die Mitglieder der Fraktion Landshuter Mitte waren „not amused“ über dieses Vorgehen. Das Gutachten kann nicht in einer einzigen Bausenatssitzung, ohne dass es ausführlich in der Fraktion diskutiert wurde, verabschiedet werden. Die Konsequenzen hieraus sind bei dem Umfang dieses Gutachtens zu besprechen, zumal aufgrund der sogenannten interkommunalen Zusammenarbeit die Nachbargemeinden beteiligt werden müssen. Viele Stadträte sehen es als nachgerade geschäftsschädigend an, dass Landshut sich freiwillig am Randbereich der Stadt darauf beschränkt, keinerlei zentrenrelevante Sortimente anzubieten, während eben jene Nachbargemeinden jegliche Ansiedlung von Einzelhandelsunternehmen akzeptieren, ohne auf die Stadt Landshut Rücksicht zu nehmen. Auch wenn dieser Vorwurf sicher plakativ ist, muss zumindest die Überlegung eingebracht werden, ob es nicht vernünftiger ist verschiedene Einzelhandelsunternehmen in der Stadt anzusiedeln als diese nach Ergolding, Altdorf oder in eine der anderen Nachbargemeinden abwandern zu lassen. Die Landshuter Mitte bleibt sich ihrer Linie treu nicht irgendwelche Entscheidungen aus einer Sitzung heraus zu treffen, sondern nach reiflicher und konstruktiver Überlegung. Auch sollten nicht nur Stadträte, sondern auch Teile des betroffenen Handels zumindest vom Gutachten in Kenntnis gesetzt und dann entschieden werden.

Mit freundlichen Grüßen
Tilman v. Kuepach