Landshuter Runde zum Thema: Städtische Wohnbaugesellschaft Ja/Nein

„Städtische Wohnungbaugesellschaft – ja oder nein?: Zu diesem Thema hat die Landshuter Mitte am Montag, 8. Oktober, alle interessierten Bürger in den „Landshuter Hof“ eingeladen. Anwesend waren neben den Referenten von zwei Landshuter Wohnungsbaugenossenschaften, Michael Kamm und Johann Bergmeier, auch die LM-Fraktion mit Fraktionsvorsitzendem Hans-Peter Summer,  Claudia Zehetbauer, Tilmann von Küppach und Thomas Küffner.

Hans-Peter Summer führte an, dass sich derzeit 263 Wohnungen in 26 Anlagen, die dem sozialen Wohnungsmarkt zur Verfügung stehen, in Landshuter Hand befinden. Diese sind aus den Baujahren 1894 bis 2014. Der Durchschnitt der Wohnungen wurde 1950 bis 1960 errichtet. 16 Wohnungen sind generalsaniert, so Hans-Peter Summer,  die restlichen stellten einen Renovierungsstau von 18 Millionen Euro dar. Johann Bergmeier stellte fest, dass diese Zahl veraltet sei und aufgrund der weiteren Wohungsabnutzung und der erhöhten Handwerkspreise wohl eher von 30 Millionen Euro ausgegangen werden sollte.

Bergmeier stellte die Landshuter Wohungsbau mit ihren derzeit 1166 Wohnungen vor. Diese seien nach den neuesten Richtlinien renoviert. Im Niedermayer-Viertel  wurden in den vergangenen Jahren drei Wohnblocks komplett durch Neubauten ersetzt. Der durchschnittliche Quadratmeter-Mietpreis beläuft sich auf 5,31 EUR. (Erstbezug Generalsaniert 8,75 m²/EUR).

Michael Kamm ist im katholischen Siedlungswerk für 377 Wohnungen verantwortlich. Diese sind ebenfalls nach allen neuen Richtlinien saniert. Im Schnitt liegt der Wohnungspreis hier bei 4,54 m²/EUR (Erstbezug Generalsaniert 8,72 m²/EUR)

Beide Referenten sprachen von der Möglichkeit,  neue Wohneinheiten zu bauen. Sie sahen  diese Möglichkeit auch bei der GeWoGe und der Postbaugenossenschaft. Die nötigen Geldmittel seien in den Genossenschaften vorhanden. Zudem bestehe die Möglichkeit zur Finanzierung, da ja Substanzen vorhanden sind. Die Problematiken seien  zum einen nicht vorhandener Bauplatz und der Stellplatzschlüssel der Stadt Landshut. Laut Hr. Bergmeier ist es nicht möglich, von der Stadt Grund zum sozialbau verträglichem Preis zu kaufen. Zudem seien weder das Liegenschaftsamt noch Oberbürgermeister Alexander Putz  zu Gesprächen verfügbar. Dies bestätigte Michael Kamm.

Der Stellplatzschlüssel sagt aus, dass pro Wohnungen zwei Stellplätze zur Verfügung stehen müssen. Dies wiederum sei nur mittels Bau von Tiefgaragen möglich, die den Mietpreis erheblich beeinflussen. Nach Erfahrung der beiden Referenten haben Bewohner von Sozialwohnungen aber keine zwei Autos.

Hans-Peter Summer zitierte Rainer Sauter, den neuinstallierten Sachgebietsleiter “Wohnungsbau” bei der Stadt Landshut.  Der sehe u. a. eine erhebliche Stütze des sozialen Wohnungsbaus in der Stärkung der bestehenden Wohnungsbaugesellschaften. Ebenso sei  dadurch eine organische Mietpreisbremse am Markt verfügbar.

Die Landshuter Mitte sieht sich nach den Ausführungen und der Diskussionsrunde in ihrer Haltung bestätigt, gegen eine neue städtische Wohnbaugesellschaft zu stimmen und hierfür schnellstens bestehende Systeme am Markt zu stärken. Dies schaffe in verhältnismäßig kurzer Zeit fehlenden Wohnraum und belaste nicht den städtischen Haushalt.

Herzliche Grüße
Wolfgang Perzlmeier