Obdachlos

Die Landshuter Mitte hat in der Fraktionssitzung vom 25.o9.18 mit den Mitgliedern Dr. Maria Fick, Claudia Zehentbauer, Dr. Thomas Küffner, Hans-Peter Summer und Tilman v. Kuepach, die anstehenden Themen, vor allem die Themen aus dem Bausenat vom 27.o9.18, besprochen.

Wie üblich wird eine Vielzahl von Themen abgehandelt, wie üblich dauert der Bausenat, um alle Angelegenheiten gebührlich behandeln zu können, mehrere Stunden. Da jede der Sitzungen so mit Themen überfrachtet wird, wundert es nicht, wenn verschiedene Punkte abgesetzt und dann auf die Endlosschleife des nächsten Bausenats gesetzt werden.

Die Landshuter Mitte möchte jedoch ein Thema herausgreifen, das ein solches Schicksal seit Wochen erfährt. Es geht um die Obdachlosenfürsorge. Längst ist nämlich Armut in Deutschland kein Randphänomen mehr. Auch wenn man nicht jede Statistik glauben soll die davon spricht, dass 1o Mio. Bundesbürger arm sind, stehen doch am unteren Ende der Leiter diejenigen, denen nicht nur das Geld, sondern auch das Dach über dem Kopf abhandengekommen ist, nämlich die Obdachlosen. Jede Kommune hat aufgrund der bestehenden Gesetzeslage sich natürlich um die Obdachlosen zu kümmern.

In Landshut gibt es beispielsweise für obdachlose Männer das sogenannte Nikolaus-Heim, das sicherlich den Bedürftigen ein Dach über dem Kopf bietet. Auf Stadtratswunsch hat im April 18 Herr Robert Zellner, der bei der Stadt Freising im Amt für soziale Angelegenheiten ist, über sein Konzept der Obdachlosenfürsorge berichtet. Alle anwesenden Stadträte, von der Landshuter Mitte waren fast alle vertreten, waren von der Konzeption begeistert. Herr Zellner berichtete, dass es nicht ausreicht die Obdachlosen zu verwalten, sondern man müsse sich um die Obdachlosen im Einzelnen kümmern. So habe die Stadt Freising Anreize geschaffen, dass bei entsprechender Wiedereingliederung in der Gesellschaft auch eine schönere und geräumigere Unterkunft zur Verfügung gestellt würde. Und was keiner geglaubt hätte wäre eingetreten. Auch in der unteren sozialen Skala gäbe es Ehrgeiz. Verschiedene Obdachlose hätten aufgrund der städtischen Initiative die Chance ergriffen wieder in der Gesellschaft Fuß zu fassen und hätten sich auf der sozialen Leiter ein Stück weit nach oben gearbeitet. In der Tat ist zu beobachten, dass Obdachlose eigentlich in der Gesellschaft keine oder nur wenige Fürsprecher haben. Während jeder Flüchtling bereitwillig Helfer findet, die sie bei Behördengängen oder auch bei der Polizei unterstützen, sind Obdachlose im Wesentlichen allein gelassen mit all ihren Problemen. Es dürfte einer christlichen Gesellschaft auch nicht würdig sein, eine mittlerweile recht große Randgruppe, einfach zu vernachlässigen.

Sie fragen sich, wieso dieses Thema nun plötzlich eine Rolle spielt. In einem der Tagesordnungspunkte des Bausenates berichtet die Verwaltung über Möglichkeiten, sogenannte Schlichtwohnungen auf städtischem Grund zu errichten. Es werden einige Standorte vorgeschlagen. Die Landshuter Mitte lehnt derartige Schlichtwohnungen kategorisch ab. Die Stadt Landshut tut gut daran ein vernünftiges Obdachlosenkonzept zu erarbeiten, so dass ebenfalls, so wie die Stadt Freising es vorgelebt hat, die Möglichkeit besteht aus dem Teufelskreis der Obdachlosigkeit herauszukommen. Menschenwürdig ist es nicht hier lediglich Baracken oder sogenannte Schlichtwohnungen anzubieten. Die Landshuter Mitte meint dies ihrem Gewissen schuldig zu sein.

Die Landshuter Verwaltung bleibt im Übrigen im Bausenat ihrer Linie treu Bebauungspläne für einzelne Häuser zu errichten. So ist der Tagesordnungspunkt 18, Bebauungsplan o8-85 Auloh für zwei Häuser und das Deckblatt 6 zum Bebauungsplan Nr. o5-7o Moniberg/Am Vogelherd für ein Doppelhaus konzipiert worden. Gleichzeitig beschweren sich die Mitarbeiter der Verwaltung zu Recht darüber, dass sie nicht ansatzweise wissen welche Arbeiten zuerst angegriffen werden müssen. Die Landshuter Mitte hat dies mehrfach gerügt. Der Baudirektor Johannes Doll hat im Übrigen in einer Sitzung Besserung versprochen und dies mit einer Wette kombiniert. Mittlerweile hat er freiwillig zwei Pakete Gummibärchen abgeliefert. Dies mag ein humoristischer Beitrag im Alltagstrott des Stadtrates sein. Die Stadtverwaltung möchte aber die immensen Aufgaben, die zu lösen anstehen, mehr im Auge haben als das Baurecht für einzelne Anwesen zu gewähren.

Mit freundlichen Grüßen
Tilman v. Kuepach